Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

Seite: 79
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(streng horizontale Scheibe mit rechtwinklig abstehendem, oben rings-
um abgebrochenem Rande und einem Fusse in Form eines kurzen
Cylinders): cvpitalaqona.. Das o ist unten offen.

Von historischem Interesse sind zweiundzwanzig gegos-
sene Schleuderbleie, von Herrn Bolmarsic gefunden bei den
Ausgrabungen zur Feststellung des Laufes der antiken Stadtmauer,
und zwar in der Entfernung von etwa dreissig Meter innerhalb der
antiken Stadtmauer. Nur zwei Exemplare sind mit Inschriften ver-
sehen ; dieselben sind in das Wiener Antikencabinet gelangt und
bereits unter den neueren Accessionen desselben von E. v. Sacken
in dieser Zeitschrift III S. 150 mitgetheilt worden. Das folgende
Facsimile gibt die Schriftzüge durchaus deutlicher wieder als sie
auf den Originalen zu erkennen sind, aber treu, sowie sie bei
scharfem Sehen in allen Theilen bestimmt zu erkennen sind. Die
Existenz von Schrift war dem Finder entgangen, wie er denn die
von ihm eigenhändig aufgelesenen Stücke überhaupt nicht als
Schleuderbleie erkannt hatte. Die Buchstaben sind mit einer feinen
Spitze leicht eingeritzt: Pertinßcia vos radicitus tolet.

Im Hofe der Pfarrwohnung finden sich die folgenden In-
sel riften:

1. Kalkstein, gefunden nördlich vom heutigen Ossero bei den
Ausgrabungen zur Erforschung der alten Stadtmauer, 0'17 h.; 0*19
br., 0'74 d. Auf der Vorderseite in einem Rahmen:

C • ORTORIVo
PRECONINVS

M V A/ V S ■
D E D I////C • "E
SATVRINÄ

2. Kalksteinsäule, oben und unten gebrochen, 0"77 h. — C. I. L.
III n. 3210. Zeile 2 und 3 in Rasur.
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