Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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1460 finden sich noch in situ, andere erwähnt Kandier p. 129. Von
Sculpturwerken wird ein jetzt verschwundener lebensgrosser Satyr
in Relief besonders namhaft gemacht; ferner stammen von hier die
im Museo civico di antichitä zu Triest befindlichen schönen Marmor-
fragmente4). Da die Fundstücke meistens deutliche Spuren von
Verwaschung zeigen und nach alten Berichten an dieser Stelle
Brückenpfeiler gestanden haben , so ist die Existenz einer antiken
Brücke daselbst allerdings nicht zu bezweifeln; eine andere Frage
ist es aber, ob der vorauszusetzende Fluss mit dem Sontius und die
Brücke mit dem pon* Sonti zu identificiren sei.

Was zunächst den pons Sonti betrifft, so berichten sämmtliche
alte Quellen übereinstimmend, dass er jener Strasse angehört habe,
welche von Aquileja über Nauportus und Emona nach Pannonien
führte (vgl. Mommsen C. I. L. V p. 75, 88 u. 935 und III p. 483) und
in vorrömischer wie in römischer Zeit die vorzüglichste Handels-
und Militärstrasse zwischen den Donauländern und Italien gewesen
ist5). Die tabula Peutingeriana verzeichnet bekanntlich folgende
Stationen:

Aquileia—XIIII—ponte Sonti—?—fluvio frigido—XV—in alpe Julia—

V—Longatico

und mit geringer Abweichung gibt Herodian (VIII. 4) die Entfernung
des pons Sonti von Aquileja mit 16 römischen Meilen an. Ueber

Unterlage der Altarmensa gedient hat. Die Vertiefung an der Oberfläche, sowie die
Verletzung an der Schriftfläche rühren von moderner Zeit her; die erste diesbezüg-
liche Mittheilung verdanke ich dem k. k. Conservator für Görz und Gradisca, Herrn
Dr. Paul v. Bizzarro, die Lesung beruht indessen auf eigener Anschauung:

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praef - coh - vbior
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4) Vgl. Kunz - Gregorutti iL museo civico di omtichitä di Trieste Triest 1879
Taf. II p. 20 und 44.

5) H. Genthe Ueber den etruskischen Tauschhandel nach dem Norden 2. Aufl.
Frankfurt 1874 S. 73 f. nennt diese Strasse die Mur-Leithastrasse.
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