Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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1. Eine kleine Ära aus Kalkstein. 0'32 Ii., 021 br., 0*21 d.,
mit dem Namensverzeichniss folgender Magistri:

poblicivs ■ l ■
l-anteros
postvmivs- p - l - felix
p- oppivs ■ p - l - atticv//
capito • ivli • nason//
vrbanvs ■ t • helvi • f
primvs ■ t • yocon//
mag•l d

Ein ähnliches Verzeichniss aus Aquileja C. I. L. V 8252.
2. Kleines Marmorfragment:

oR
TaniaeX

\E ■ matr.i

Von Rundwerken verdienen besondere Erwähnung eine Reihe
schöner Köpfe, die aber leider zu hoch aufgestellt sind, um eine
genauere Beschreibung zu erlauben. Der eine stellt Mercur mit
dem Petasus und zierlich in fast archaisirender Manier gekräuseltem
Haar dar. Ein zweiter gehört einer Venus, ein dritter einer weib-
lichen Idealgestalt an, ein vierter stellt einen schönen Jüngling vor.

Unter den Reliefs bemerkt man vor Allem eine grosse Ol2 h.,
0'60 br., 0"25 d. Kalksteinplatte, auf der etwa 0'70 h. eine Blumen-
schnur mit flatternden Bändern ausgearbeitet ist, inmitten derselben
eine Satyrmaske, links die Ueberreste eines Eroten, der die Schnur
hielt. Zu demselben Denkmale gehörte wohl ein zweiter Erot auf
einer anderen gebrochenen, 0*80 h., 040 br. Platte, dessen linker
Arm fehlt, der aber jedenfalls eine ähnliche Blumenschnur hielt.
In meinem ersten Berichte über Aquileja (vgl. Arch. -epigr. Mitth.
I S. 58) erwähnte ich zwei ähnliche Stücke aus der Sammlung Gre-
gorutti zu Baperiano und in Monastero bei Baron Ritter. Zuge-
hörig dürfte noch die Darstellung eines beflügelten Knaben mit
Blumenschnur sein, welche sich früher im Baptisterium zu Aquileja
befand und jetzt im Museo comunale daselbst aufbewahrt wird (Mitth.
I S. 53), desgleichen die entsprechenden Gegenstücke im k. k. Staats-
museum zu Aquileja (früher Eigenthum Monaris) und im lapidario
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