Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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Aquileja

In letzter Zeit hat sich ein Ereigniss von hoher Bedeutung
für die Alterthumsstudien von Aquileja vollzogen: das Museo lapi-
dario Cassis (vormals Bertoli) und die Sammlung Monari sind durch
die besondere Munificenz S. M. des Kaisers von der k. k. Regierung
erworben und in Monastero bei Aquileja in einem provisorischen
Staatsmuseum vereinigt worden. Bei der Uebernahme und Revision
dieser Sammlungen fand sich in einer Ecke versteckt die verloren
geglaubte Inschrift C. I. L. V 1271 weder, welche ich hier in neuer
Abschrift folgen lasse :

^/TTfciT^sT bi et

l•lic inIo• placid o
filio' • ANNo'r • xiix
licinae' • tychini ■ matri
ei vs

magiae - REPENtIna'e

ma'rtia'li-seranno'r-xvi

L-MIN-FR-P-XXIIIN-AGR
PED-LX

Wie hier kommen auch sonst noch immer verschollene In-
schriften gelegentlich wieder zum Vorscheine. Man könnte über-
haupt schon eigene Additamenta zum C I. L. und zu Gregorutti's
lapidi antiehe herstellen, um so mehr als bei dem häufigen Besitz-
und Ortswechsel von aquilejensischen Denkmälern leicht irrige An-
gaben sich verbreiten und bekannte Inschriften mitunter als unedirt
wieder veröffentlicht werden.

2. Ebenso fand ich auf einem Epistyliumbruchstück die In-
schrift :

COMPITVfi

vgl. C. 1. L. V, 844.

3. Auf einem marmornen Architekturbruchstücke, welches früher
als Unterlage einer Inschrift der Sammlung Cassis verwendet wurde,
befindet sich rückwärts auf einer abgeglätteten Fläche die Inschrift:

^<da1eni-bl/) ssiani

Vielleicht die Grabschrift des aus einer Triester Inschrift (Corp. V,
539) bekannten Officiers.
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