Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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Bei Gelegenheit der Reinigung der verschiedenen Wassercanäle
Aquileja's bemerkte Herr Ingenieur Guido Levi folgende Inschriften:

Am Flussa Aussa in der Casa Burani7 Kalksteinplatte, etwa
0-40 h., 0-40 br.

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An dem Natissaufer vermauert und nur bei niedrigem Wasser-
stande sichtbar.

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Schliesslich will ich, wenn auch nur in vorläufiger Kürze, in
diesem Berichte einige archäologisch werthvolle Funde berühren,
auf welche in eingehender Behandlung demnächst zurückzukommen
sein wird.

Vor Allem erwähne ich zwei überlebensgrosse Kaiserstatuen,
welche im Herbste des vorigen Jahres auf den Marignanis auf einem
Grundstücke des Grafen Cassis gefunden worden sind und nunmehr
die schönste Zierde des provisorischen Staatsmuseums zu Aquileja
bilden. Die eine stellt denTiberius als pontifex maximus mit verhülltem
Haupte libirend dar; die zweite den Claudius in der gewöhnlichen
Kaisertracht mit dem Pallium. Die letztere mag ursprünglich einem
Caligula gegolten haben und erst nach dessen „damnata memoria" für
seinen Nachfolger bestimmt worden sein; wenigstens ist der gegen-
wärtige, besonders eingesetzte Kopf der Figur entschieden schlechter
gearbeitet.

Dem Priaposculte von Aquileja (vgl. Michaelis arch.-epigr.
Mitth. I S. 82 ff.) gehören zwei Denkmäler an, welche auf den
Grundstücken der Frau Gräfin Cassis aus Terzo in der Nähe
Monastero's im Herbste des vorigen Jahres von Herrn Deineri
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