Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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der kroatischen belletristischen Zeitschrift „Vienac" 1874 n. 47, 48
reproduciren lassen. Daselbst lindet sich auch eine vom Bischof
selbst herrührende anonyme Besprechung beider Sculpturstücke.

Einem uns freundlichst zur Verfügung gestellten Excerpt aus
derselben entnehmen wir folgendes: „Der Zeuskopf ist gut erhalten
(beschädigt sind nur Nase und Unterlippe). Das Piedestal fehlt. Zu
beiden Seiten je eine Sphinx. Das Antlitz des Gottes erinnert (nach
einer privaten Aeusserung W. Helbig's) unverkennbar an den Typus
des Zeus von Otricoli. Das Haar hebt sich über der Stirne empor,
um dann wellenförmig herabzufallen; ebenso der Schnurbart, dessen
Enden hinaufgedreht sind. Der Backenbart, in der Mitte abgetheilt,
fällt in je vier Partien zerlegt herab. Die Lippen sind etwas dick
und aufgeworfen, der Mund wie zum Sprechen geöffnet.

„Nicht so gut erhalten ist der Perseus mit dem Medusenkopf.
Der grösste Theil des Helms und das r. Bein vom Knie ab, sowie
Theile des 1. Fusses und der beiden Arme fehlen. Perseus, nur
mit der über die Schultern gezogenen und am 1. Arm herabfallenden
Chlamys bekleidet, auf dem Haupte einen Helm tragend, steht auf
dem 1. Fuss, der r. ist ein Avenig vorgestellt. Mit der R. schultert
er ein langes Schwert, die gesenkte L. hält das Medusenhaupt.
Letzteres von milderem Gesichtsausdruck".

Vukovar {Teutoburgium)

Von sehr glaubwürdiger Seite erhielten wir Notizen über Funde
von Sarkophagen, Lampen, Ziegeln, behauenen und verzierten Stein-
blöcken u. s. w., die indes stets wieder verwendet oder vernichtet
worden waren. Im gräflich Eltz'schen Palais befindet sich eine Ära
aus Kalkstein, 1*00 h., 0"29 br., 0'255 d., Rückseite unbehauen; die
Inschrift publicirt C. I. L. III, 6450 = Eph. 2, 577 lautet:

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S ANC To
Hi R C v L y

t»f l • m. ci c oder g?

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