Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

Seite: 103
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/archepigrmoeu1880/0109
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
103

In Zeile 10 sind die QQ_ligirt. Das p ist nicht ganz sicher,
wenigstens zeigt unser Abklatsch r, doch ist dieser Strich, den wir
auf dem Steine nicht sahen, vielleicht nur eine zufällige Verletzung
desselben. Bei dem darauf folgenden f läuft der obere Querstrich
in schiefer Krümmung nach aufwärts und greift auch nach 1. über,
so dass es mit t leicht verwechselt werden kann. Daselbst steht
also nicht vet(erana) (miliaria) eq(uitata), wie schon Mommsen diese
von ihm auf Grund einer mangelhaften Abschrift im Corpus a. a. O.
vermuthete Lesung in der Ephem. a. a. 0. bezweifelt, sondern p(ia)
fiidelis). Dieser Beiname findet sich hier und da auch bei anderen
Cohorten, z. B. III Älpinorum, I Batavorum, VII Campestris Gor-
diana, III Delmatarum, I Hispanorum (vgl. C. I. L. III Index und
Marquardt Staatsverw. 2, 458). Einen Fl(avius) Macian{us) trib(unus)
vgl. auf einem Ziegel, C. I. L. III, n. 3768 = Eph. 2, 783.

Eine doppelhenklige Alabaster-Vase mit Deckel, 0*223 h.,
grösster Umfang 0*259, Durchmesser der Oeffnung 0'085, Dicke
0*007. Um die Schultern des Gefässes läuft ein Blätterkranz, um
den Rand der Mündung eine Kugelreihe. Der Deckel hat eine Ein-
satzvertiefung von 0*08 Diam. , 0*007 Tiefe Der 1. Henkel ist in
mehrere Stücke zerbrochen , deren unterstes sich noch am Gefässe
selbst befindet, am oberen Ansatzende ragt der Metallstift heraus.
Die Basis zum Theile ergänzt. Fundort unbekannt.

Bronzegefäss (Flaschenform), gef. auf der Puszta Grabovo,
0*38 h., Bauchumfang 0'656, Oeffnungsdurchmesser 0 088, Basisdiam.
0*085, Metalldicke 0*007, mit hellgrüner Patina). Diametral gegen-
über befinden sich beiderseits je zwei verzinnte Flecken, einer am
obersten Theile, der andere über der Mitte des Gefässes, deren regel-
mässige correspondirende Formen auf früheres Vorhandensein von
Henkeln hinweisen. Ein ausgebrochenes Stück des Bauches ist mit
Zinn (?) schon in früher (?) Zeit eingelöthet worden. Innen, 0*03 vom
Rande, zieht sich eine scharf bezeichnete Kreislinie (Marke?).

InVukovar finden sich ausserdem zahlreiche Kaisermünzen,
zumal des 3. und 4. Jahrh. Eine bedeutende Sammlung derselben,
im Besitze des Apothekers Kirchbaum befindlich, konnten wir nicht
besichtigen.

Sotiil (Cornacum?)

Hier zeigen sich ganz deutliche Spuren einer römischen Nieder-
lassung ; gewaltige Kalksteinblöcke, die in der Architektur ihren
Platz gefunden hatten, sehr feiner Stucküberzug, Gefässschalen.
loading ...