Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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Münzen, Ziegel und Kleinigkeiten treten häufig zu Tage. Es ist
nicht unwahrscheinlich, dass hier das antike Cornacum gelegen
habe. In dem Pfarrer des Ortes, Herrn Hob. Thurmayer, lernten
wir einen eifrigen Sammler kennen. Wir fanden in seinem Besitz:

einen K alkstein-Cippus, 1*00 h., 073 br., 0-63 d. Die Vorder-
seiten, sowie die Nebenseiten sind behauen und mehrfach eingerahmt,
doch sind die Nebenseiten, vom Rande abgesehen, völlig zerstört und
die untere Hälfte der Vorderseite wird von einer 0 36 X 0'36 in's
Gevierte haltenden, tiefen, erst in späterer Zeit eingehauenen Grube
eingenommen, in deren Mitte sich ein viereckiges, stark verletztes
Parallelopiped (0-075 h., 0'235 br., 0-235 1.) erhebt. Ausserdem ist
zwischen der 2. und 4. Zeile der Inschrift, welche sich in der oberen
Hälfte der Vorderseite befindet, eine tiefe Rinne eingehauen worden.
Die Inschrift, in regelmässigen, wenig tief eingehauenen Charakteren,
lautet:

.VI ß D O M I f 4
'\ es F VIMNACj/
ausgehölt

EF S I \ es XVII QVI
5 VIXITesANNISß

M(arco) Domitio M(arci) f(ilio) Vim[i\naci[o.........] ef(___.) st[u-

p(endiorum)] XVII qui vixit annis.......

Die letzten Striche des m in vimnaci sind verstümmelt. Es
ist ohne Zweifel das municipium Viminacium der Provinz Moesia
saperior zu verstehen; ob ein Cognomen in der zerstörten Zeile ge-
standen hat, ist fraglich.

Fragment einer schwarzen Schale, 0'103 1., 0'07 h., 0008 d.,
mit den eingekratzten Buchstaben

Ring mit blauem Smaltintaglio, dargestellt eine weibliche
Büste, nach 1. gewandt, sehr ähnlich den Typen der Julia Domna,
mit der Umschrift: c a v i r ■ i

Terrasigillata-Gefässscherbe mit dem an der Wölfin
saügenden Zwillingspaar Romulus und Remus, Topfscherben, ein
kupferner Schlüssel, Messer, Metallstücke, Messingröhren u. a.
Ausserdem einige der erwähnten grossen Kalksteinblöcke (einer
0'90 L, 0-84 br., 0'47 d., mit einem Dübelloch O'IO 1., 0 03 t., ein
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