Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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anderer 0"87 1., 74 br., mit 3 Dübellöchern von je 0*14 L. und
004 D.), ein Stück einer aus lichtem braunen Thon gefertigten
Cassette und viele verschiedenartig decorirte Stuckfragmente. Ferner
einige hundert Münzen.

Jllok

Im Schloss des Fürsten Odescalchi, Herzogs von Syrmien, linden
sich nur zwei erwähnenswerthe Gegenstände :

1. Im Hofraum ein Grabstein, geringerer mit Quarzkörnern
gemengter Marmor. Das erhaltene Stück ist wohl nicht einmal das
Viertel des Ganzen, jedenfalls das Eckstück von rechts oben.
An der r. behauenen Seite ist es vollständig, sonst durchaus (auch
nach oben?) abgebrochen, ca. 1'10 h., 0*64 br., die Dicke des
Steines wird nach oben zu geringer, oben 0'12, unten 0*23. Der
Stein ist in zwei Stücke zerbrochen, die Oberfläche stark Verstössen.
Der erhaltene Theil zeigt bildlichen Hochreliefschmuck in zwei
Reihen. Oben ist ein Mann (Büste, 0*53 h.), angethan mit der Toga,
die er mit der über die Brust gelegten R. fasst, r. vor ihm, knapp
neben seinem Gewand, vielleicht von ihm gehalten, ein parallelo-
pipedischer (?) oben verstümmelter Gegenstand; 1. das Fragment einer
ähnlichen bekleideten Gestalt; am r. Rande erhebt sich auf geglie-
derter Basis eine kurze, halbrund ausgearbeitete Säule (016 h.,
davon die Basis 0 095, die Breite derselben 0*14)^ deren Beendigung
dadurch, dass die zwei Bruchstücke hier durch die ungünstige Er-
haltung ziemlich weit, 0'105, auseinander klaffen, verloren gegangen
ist. — Darunter in neuer Umrahmung, in weniger hoch ausgeführtem
Relief, drei kleine höchst plumpe Personen, 0'33 h., alle 1. ver-
stümmelt; zunächst ganz r. eine mit einer bis auf die Oberschenkel
reichenden Chlamys angethane Person, die Beine sind wahrschein-
lich nackt, der Arm horizontal über die Brust gelegt, der Kopf in
3/4-Profil gewendet zu einem en face dargestellten Manne (?), der
vermuthlich mit einer bis auf die Knie reichenden Toga ausgestattet,
die L. so hält, wie die vorige Gestalt, den r. Arm aber hoch erhebt;
ob dieser etwas hält, ist nicht zu erkennen, da die Hand abge-
brochen ist. L. davon eine in ihrem Rücken verstümmelte, nach
r. gewandte, vermuthlich sitzende Person, nur um geringes, 0*02,
kleiner als die übrigen. Zwischen ihren Füssen und denen der
vorigen Figur der Anfang der verloren gegangenen Inschrift, ein
0*07 h. m = [d(is)] m(anibus). Die r. Seite ist am Rande verziert durch
einen Streifen mit concentrischen Kreisfiguren, die von einander
durch je einen Querbalken getrennt sind.
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