Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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2. Im Bibliothekszimmer eine kreisrunde Marmorplatte, 0"30
im Durchmesser, mit einem im stärksten Relief ausgeführten Satyr-
kopf. Das Antlitz lächelt grinsend, die Augen sind weit geöffnet,
die Haare struppig und wirr und zu dreien Malen finden sich in
ihnen kleine Kügelchen (Früchte?) zu einer Art Traube oder Dolde
vereint; den Schläfen entwachsen Flügel, den Hals gürtet ein (fälsch-
lich zu einem Schlangenpaar ergänzter) torques; neben den Ohren
befindet sich auf der Platte je ein eigenthümlich geformtes Blatt
(Rundblatt?). Ergänzt ist der grösste Theil des vermeintlichen
Schlangenpaares, ein Theil der Haare und Früchte auf der 1. Seite,
die unteren Theile der Rundblätter und die dazu gehörigen Theile
der Platte, sowie das Postament. Das erhaltene Echte ist 0"19 h.

Nestin

Bei dem Kreuze vor der griechischen Kirche, verkehrt in der
Erde steckend und auf unser Begehren wieder ausgegraben ein
Meilenstein, der wie die gleichen Schwierigkeiten in der Lesung
bezeugen, mit C. I. L. III, 3703 identisch ist; soweit erhalten circa
P30 h., Umfang 1'60. Buchstaben regelmässig, die Oberfläche sehr
verletzt.

IMP CAES M

S S (?) V s

PI V s

FELIX AVG PONTIFEX
5 MAXIMVS TRIWNICIAE

POTESTAT! C°S III

PP • REST.i

JV VIII

Susek

Bei der ersten Quelle auf dem Wege von Susek nach Banostor
fanden wir mehrere behauene, durch den Einfluss des Wassers
stark beschädigte Stücke von sehr gutem gelblichem oder grauem
Kalke, Kopf- und Oberleibreliefs, die vielleicht sämmtlich zu
Votivreliefs für an dieser Quelle verehrte Nymphen gehört haben
dürften.

Banostor (Malata = [?] Bononia)

Man stösst hier mehrfach auf Antiken, beachtet indess die
Funde nicht; nur die Münzen werden eifrig gesammelt und nament-
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