Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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Peterwardein (Cusum)

Hier befand sich augenblicklich, wie der Pfarrer Herr Okrugic
versicherte, keine Antike. — Nun verliessen wir die Donau und
suchten landeinwärts über Ruma nach Mitrovitz zu gehen.

Ruma

Bei Herrn Janco im Hausgarten. Kalkstein ara, 0 90 h.,
0*43 br., 0*34 d., unbekannten Fundortes. Oberfläche Verstössen,
Rückseite unbehauen, Buchstaben spät, Inschrift publicirt C. I. L.
III, 3220. Die folgende von Romer's Copie abweichende Abschrift
ist unter den denkbar ungünstigsten Bedingungen gemacht worden
und mag daher hier nur als vorlaüfiger Versuch einer Lesung eine
Stelle finden.

I O M

I VL'/vSVA R
1 V S • V E K

R.IV • SEXLI

? ?

5 RRToVoTVI

Im Hofe befindet sich ein inschriftloser Sandstein-Sark ophag
ohne Deckel. In der Fronte des Hauses, einige Meter über dem
Erdboden eingemauert, eine kleine ca. 0"35 h. Ara, zu deren beiden
Seiten je ein Löwe lagert. Das Ganze, auch die Inschrift der Ara
ist übertüncht. Fundort unbekannt.

Im Pflaster der Hauptstrasse vor dem Hause des Maksimovic
in der Nähe des Marktes befindet sich ein T15 1. und ca. 0'90 br.
Fragment eines sehr grossen Grabdenkmals aus sehr gutem Kalk-
stein. Erhalten ist nur ein Theil des die Darstellung des Gestorbenen
umgebenden Blätterrahmens , innerhalb desselben eine männliche
Porträtfigur (Büste), in ein faltiges Obergewand gekleidet, mit einem
Cucullus auf dem Haupte; r. davon über ihren Schultern' ein Ast.

Im Trottoir des Gasthauses zum „grünen Kranz". Ziegel mit
verschiedenen Stempeln, darunter (Br.):

Im Palais des Grafen Pejacseviö ein Kalksteinrelief, 0*82 h.,
0*665 br., in die Mauer eingelassen und übertüncht. Dargestellt
ist die Facade eines Gebäudes, mit Delphinen (?) als Akroterien
an den Giebelecken. Der Eingang des Gebäudes schneidet mit
seiner halbkreisförmigen Beendigung so stark in das Giebeldreieck
ein, dass dieses selbst auf ein Minimum beschränkt wird. In den
drei Ecken derselben finden sich halbkugelförmige Verzierungen,
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