Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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einer Frau, eines Knaben und eines Mannes in der Reihenfolge von
1. nach r. Darunter die Inschrift (Br.):

D M

AVR • IANV\.RINO - Q_ vix - ANN - x-
A.VP IANVARIVS-TRIB-LEG- II-ADIVTK
TFT // P VALENTINA ■ FILIO ■ C / RISSI
5 Mo • ET • SIBI ■ VIVi PoSVERVNT

D(is) m(anibus) . Aur(elio) Januarino q(ui) vix{it) ann(is) (decem) Au-
r(elius) Januarius tribitmus) leg(ionis) (secundae) adiutr(icis) p(iae) fFi-
delis) [et Au]r(elia) Valentina filio carissimo et sibi vivi posuerunt.

Dlustus in Z. 5 fu /pval etc.

MitrOVica (Sirmiurn)

Mitrovica ist eine reiche Fundstätte, doch wird auch hier dem
zu Tage geförderten Material nur zum geringsten Theile Beachtung-
geschenkt. In die Sorge für die Erhaltung und Bekanntmachung
der gefundenen Objecte theilten sich in der letzten Zeit die Verr
waltung des städtischen Museums und der kath. Stadtpfarrer, Herr
Abt Miler. Das Museum ist indess eigentlich noch gar nicht vor-
handen, da zwar seine Statuten vom Agramer Generalcommando
sanctionirt, auch einige Inschriftsteine erworben worden sind, aber
angeblich aus Mangel an geeigneten Localitäten die Eröffnung nicht
erfolgt ist und eine wirkliche Thätigkeit des Verwaltungscomite's nicht
begonnen hat. Der bisherige Bestand dieses projectirten Museums
befindet sich in der Realschule. In Bezug auf neugefundene Objecte
hat sich die Gewohnheit eingebürgert, etwas werthvollere und nicht
zu grosse und gewichtige Stücke (Inschriften und Sculpturwerke)
durch Vermittlung des Abtes Miler und des Bischofs Strosmayr für
das Agramer Museum zu acquiriren. Alles Uebrige wird entweder
zerklopft, um auf den von Mitrovica ausgehenden Strassen ausge-
schottert zu werden, oder, und das gilt von besseren Stücken, nach
Beseitigung der Inschrift und allen bildlichen Schmuckes in einem
Neubaue Platz zu finden. In dem Neubau des Hauses der „Ver-
mögensgemeinde", bei dem man zur Zeit unserer Anwesenheit nicht
sehr hoch über die Grundmauern hinausgekommen war, hatte der
Bauunternehmer nicht weniger als zwanzig grosse Fuhren ansehn-
licher antiker Steine, die man an einer besonders ergiebigen Stelle in

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