Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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■i) in Turin, nach Wieseler Gotting. Gel. Nachr. 1877 S. 671:
'eine kleine Darstellung der dreiförmigen Hekate mit abge-
brochenen Köpfen und ohne Attribute3. Dütschke Antike Bild-
werke in Oberitalien IV n. 197 giebt den archaistischen Cha-
rakter und Höhe 030 an. Herkunft wohl griechisch.

Nicht athenischer Herkunft, doch zum Theil benachbarten
Fundorts:

fc) in Athen im Varvakion Xi0. 2303 aus dem Heiligthum der
Göttermutter (?) im tanagräischen Gebiet, s. Körte Mitth. des
deutsch, arch. Inst, in Athen III S. 389 u. 395 n. 173 Von
pentelischem Marmor? ohne Köpfe und Hälse, die eine der
Figuren ganz abgerieben5, Tracht I;

? I) sah ich in Altkorinth im Hofe des Papas Athanasios Sakel-
lariu. H. O'Sl. Vom Gürtel abwärts noch eine und eine halbe
Gestalt erhalten, „die Hände fassten wohl das Gewand", von
Attributen nichts. Möglich EFG\

m) Mavromati (Dimitzana). Milchhöfers Angaben in den Mitth.
des deutsch, arch. Inst, in Athen IV S. 296 lassen die Tracht
IV mit Schleier gleich b erkennen; die gesenkten Hände weisen
es in diese Gruppe; „das horizontale Einsatzlochu in einer der
Hände lässt freilich in ungewöhnlicher Weise an ein Abzeichen
denken. H. 052.

Diesen Typus lässt auch das griechische Votivrelief der
Münchener Glypthothek Brunn 301 a nach einer von Brunn
mir freundlich zur Ansicht mitgetheilten Zeichnung erkennen.
Dasselbe, aus dem Nachlass des Königs Otto von Griechenland
stammend, ist gewiss griechischer Herkunft. Das Hekataion
lässt unten die Basis wie oben den überragenden Schaft, ausser-
dem niedrige Kalathoi erkennen. Basis und oberes Schattende
machen zusammen etwa ein Viertel des Ganzen aus. Es wird
" später noch von dem Relief die Rede sein.

B. Während noch je eine Hand der drei Figuren das Gewand
in der angegebenen Weise hält, bekommt je die andere nach wie
vor gesenkt eine grosse Fackel:

a) von mir im Piräus gesehen. Tracht I.

Verwandt scheint der Typus der aeginetischen Münze unter
Septimius Severus geprägt, abgebildet Arch. Zeit. 1843 T. IX, 6
und Denkm. a. K. II, 882, während das andere an erster Stelle
n. 7 mehr zur zweiten Gattung hinneigt.
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