Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

Seite: 151
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/archepigrmoeu1880/0157
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
G. Zwei Figuren mit beiden gesenkten Händen das Gewand
fassend, die dritte ebenso mit der einen Hand, während sie die
andere vor die Brust hält:

a) Athen im Keller des Centraimuseums, ungewisser Herkunft
= Heydemann 285, Tracht I. Nicht gut sagt Heydemann
'heben ihr Gewand empor';
? b) im Britischen Museum, bezeichnet cDatscha mar Knidos C. T. N.'
Nur vom Hals bis zu den Knieen erhalten und dabei hat auch
nur die ihre Brust Berührende beide Hände, während von den
zwei anderen nur je ein herabhängend am Gewand liegender
Arm erhalten ist. Der andere fehlt, so dass auch der Typus
M vielleicht möglich wäre.

H. Alle drei mit einer gesenkten Hand das Gewand berührend,
mit der anderen gesenkt die erste eine Schale haltend, die anderen
beiden die Brust berührend:

a) cbei einem athenischen Kunsthändler sah ich eine Hekate-
statuette aus pentel. Marmor (Obertheil, die drei Köpfe erhalten,
modern ['?]. H. 0'27, archaistisch. Rechte bei a Patera
haltend, bei b c auf der Brust liegend. Linke bei ab c herab-
hängend' L ofling •

b) Leyden bei Janssen de grieJcsche, romeinsche en etrurische Mo-
numenten van het Museum van Oudheden te Lei/den Nr. 67, nach
dort mitgetheilter Vermuthung Oldendorps aus Italien und in
der That ungewöhnlich durch die Höhe von 0*7ß, einschliess-
lich 0'04 für die Basis, 0:08 für das überragende Schaftende,
die indess eben der Grund der Verschleppung nach Italien in
älterer oder neuerer Zeit gewesen sein mag. Abgebildet Arch.
Ztg. 1843, Taf. I Gerhard, Venusidole Taf. V, 3 Akad. Abh.
Taf. XXXII, 3, vielleicht auch bei Nie. Chevalier recherches
u. s. w. Tf. 22, III (mir nicht zugänglich), bei Stephani, Aus-
ruh. Her. S. 253, 3. Tracht I. Erhalten ist allerdings nur die
Linke von 1 und 2 mit einer 'Mispel' vor dem Busen (bei der
einen ergänzt), während die beiden anderen Arme fehlen, aber
herabhängend gewesen zu sein scheinen, wie Rechte und Linke
der dritten Figur. Denn allerdings fehlen auch hier die Unter-
arme, aber vor den erhaltenen Brüsten ist, wie Klügmann mit-
theilt, keine Ansatzspur.

III. Eine Unterscheidung aller drei Gestalten ist auf verschie-
dene Weise erreicht, und zwar in deutlichem Zusammenhang mit
den schon aufgezählten Varianten, der Art, dass das unterscheidende
loading ...