Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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Attribut in die eine Hand gelegt wird — ob R. oder L., darauf ist
wohl nicht immer Gewicht zu legen — während die andere Hand
entweder bei allen dreien oder bei zweien noch gleiche Verwendung
findet, selten alle drei Figuren auch hinsichtlich der zweiten Hand
verschieden sind.

J. Alle drei mit einer Hand das Gewand fassend, a mit der
R., b mit der L., c mit beiden, in der andern Hand a die grosse
Fackel, b 'etwa eine Blume haltend5 auf der Brust:
a) Berlin 461 A, Herkunft unbekannt. Die drei Figuren dicht um
einen runden Schaft gestellt; Tracht I (III?). H. 028. Köpfe
abgestossen, unten ein Zapfen zum Einlassen in eine Plinthe.
K. Alle drei halten die eine Hand (L.) gesenkt am Gewand,
mit der anderen (R.) fasst die erste eine grosse Fackel, die zweite
(rechts v. Besch, herumgezählt) die Brust, die dritte gesenkt eine
Kanne (oder Schale):

?a) gefunden in Athen 1874, früher im Cultusministerium, jetzt
im Centraimuseum. Die Figuren an einem dreiseitigen Pfeiler.
Das Obertheil mit den Köpfen fehlt. Tracht III, der Gürtel
breit. Bei der ersten ruht die L., fast den unter ihr aufschaueud
sitzenden Hund berührend, bei der zweiten und dritten die R.
gesenkt am Gewand. In der anderen Hand ist bei der ersten
die Fackel deutlich, nicht sicher die Kanne bei der zweiten,
deutlich wieder bei der dritten ein runder Gegenstand wie ein
Apfel unter der r. Brust von der R. gefasst;

'? b) Athen, Centraimuseum, im Glassehrank = Kekule 110. H.
ca. O20. Der Schaft rund, nach unten zunehmend, Obertheil
zerstört. Tracht I. a Bei der L. ein Rest der Fackel, unter
der hängenden R. sitzt aufschauend der Hund. b Die R.
vor der Brust, zwischen Daumen und Zeigefinger einen runden.
Körper (Apfel?) haltend, die hängende Linke am Gewand (?).
c In der gesenkten R. die Kanne (?), L. gleichfalls hängend;
c) Athen, Centraimuseum. H. 0*34 von der Sohle bis zum Hals.
Tracht III. a Arme Verstössen, am rechten etwas, was Kanne
oder Schale gewesen sein mag. Zu beiden Seiten ihr zuge-
kehrt sitzt der Hund, b Der rechte Unterarm fehlt, aber auf
dem Grund steht der Rest von einem bis zur Wade herab-
reichenden Gegenstand. Der linke Unterarm noch mehr zer-
stört, c Die R. im Unterarm gehoben fasst zwischen Daumen
und Zeigefinger die Brust. (L. Gurlitt: 'hält die R. auf die
r. Brust, der Gegenstand aus der Hand ausgebrochen, Gra-
nate?5) L. hangend, ob etwas haltend ist ungewiss?
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