Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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hier als die Hauptfigur bezeichnet ist. Gegen sie gekehrt, nur
den Kopf etwas in Vollansicht herauskehrend, steht oder schwebt
auf ihrem linken Oberarm eine kleine weibliche Figur in der
Tracht II, die gesenkte Rechte am Gewand, mit erhobener
Linken eine grosse flache Scheibe (mvat) horizontal auf dem
Kopf haltend. An der r. Seite von 3 steht auf dorischer, un-
cannelirter Säule ganz in Vorderansicht ein bockbeiniger ithy-
phallischer Pan, bärtig, von beiden Füssen gleich getragen und
mit beiden Händen einen Schild mit der Wölbung nach oben
über dem Kopf haltend, Schild des Pan und Scheibe des Mädchens
erreichen grade die Poloshöhe der drei Hauptfiguren. Der weisse
Marmor trägt am Fackelfeuer (wie ein Berliner Hekataion der
zweiten Gattung) auch an Schild und Haar rothe Farbe. 'Sche-
matische, spätgriechische Arbeit/

S. Zwei Gestalten legen die L. an die Brust, halten in der
Rechten Schale und Kanne, die dritte in jeder Hand eine Fackel:

a) Berlin 461 B. Die runde Plinthe hoch 0'08, die Figuren 0'37,
das Ganze 0'50, da der oben horizontal abgeschnittene runde
Schaft über die Figuren hinausragt. Tracht I. Der Hund findet
sich hier nicht unter der Schale sondern unter der Kanne bei
der dritten.

h) London, Britisches Museum. H.0*30, die Ränder der schmalen
Basis unten abgebrochen. Ueberall beschädigt, oben, scheint es,
vollständig. cFeine attische Arbeit, signirt 49, 12—1, 57' (Benn-
dorf). Der Schaft rund. Tracht I. Die L. zwischen den Brüsten
von 1 und 2 scheint einen Gegenstand gehalten zu haben, der
undeutlich geworden ist; die R. von 1 hielt vielleicht die Kanne,
die von 2 ist leer, eine Abweichung von diesem Typus.

? c) Bei Passeri lucernae fictiles Taf. 76ff. S. 108ff.; beiStephani a. a.0.
Nr. 6. Vielleicht mit stärkeren Abweichungen, aber bei der Un-
sicherheit doch am ehesten hierher zu stellen (vielleicht sonst zu
H). Ein gut erhaltenes Steinbild, sagt Passeri, über einen Fuss
hoch; der dreiseitige Pfeiler, an dessen Ecken die Figuren stehen,
die Köpfe mit dem Polos überragend, oben mit einem Einsatzloch,
nach Passeri deutlich für den Einsatz einer Lampe bestimmt.
Tracht I. Die erste und zweite haben die L. vor der Brust,
einmal, wie auch der Text besagt, mit einem Granatapfel, das
andere Mal mit einem kleineren Rund (gtöbum). In der R.
hält die erste nichts , d. h. wohl das Gewand, die zweite eine
Flechte, die dritte in der hangenden R. die Schale: 'cktplicem
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