Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

Seite: 165
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/archepigrmoeu1880/0171
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
165

mans, der bei Plutarch symp. qu. 3, 10, 3 den Thau, die Ersa, Tochter
des Zeus und der Seiana nennt, und Plutarch bespricht in dem
ganzen Capitel, wie auch de Is. et Üsir. 41, die der ausdörrenden
Kraft der Sonne entgegensetzte des Mondes, besonders des Voll-
mondes : bpoaoßoXei*0) jap TctTg Travö'e\f|votg udXicTTa biaTnKÖuevoc; (6 drip)
und führt darauf die geburtshelfende Macht der Artemis-Eileithyia
zurück. Sieht es nicht aus wie eine Illustration zu Ciceros Worten
de nat. deor. 2, 20 midtaque ah ea {luna) manant et fluuttt, quibus et
anhnantes alantur augescanturque et pubescant maturitatrmque adse-
quaniur, quae orhmtur terra, wenn an dem wohlerhaltenen Heka-
taion von Catajo (Rc) von dem Rund der Schale das Nass dem
Hund in's Maul zu fliessen scheint, wie so oft der Wein aus Dionysos
Becher in den Rachen des Panthers? Und kehrt das auch völlig so
nicht wieder, so wird uns doch hier verständlich, weshalb der Hund
vorzüglich unter der Schale seinen Platz hat. Wo kein Hund sich
unter der Schale findet mögen wir allgemein an die Erde als Em-
pfängerin des ausgegossenen Nasses denken, und können kaum um-
hin einen verwandten Vorstellungskreis zu vergleichen, die Bilder
der Göttermutter, vor allem jenes schöne Berliner, Arch. Zeit. 1880
T. I vgl. S. 9, wo auf Hermes und Hekate vertheilt ist. was unsere
Hekatebilder verbinden, Fackel und Krug.

Endlich ein Gegenbild der Hekate mit Kanne und Schale ist
Iris mit demselben Giessgefäss durch die Lüfte schwebend, Gerhard
Auserl. Vas. 79 f. nach Hesiod Theog. 780 und 785, womit aber zu
vergleichen die Hekate crfTeXoi; nach Sophron, Schob Theoer. 2, 12
und im Horn. Hy. 5, 33; Eos mit zwei Hydrien Elite a'ram. II
108 A, eine so durchsichtige Naturdichtung, dass sie kaum der Er-
laüterung durch lateinische Dichterstellen (Preller Gr. Myth. 1, 359;
4) bedarf.

Der Hund ist zu bekannt als c£KdTns dyaXua cpuuö'cpöpou, wie
Euripides sagte, Fr. 959 N., um viel über ihn sagen zu müssen.
Er findet sich nur bei einer kleineren Zahl von Typen DKORS^
von denen vielleicht KR grade bei Berücksichtigung des Hundes
und seines Platzes kaum mit Recht geschieden erscheinen. Es
blieben dann vier unter sich sonst ziemlich verschiedene Formen,
darin aber auffallend übereinstimmend, dass der Hund stets bei der
Fackelgöttin seinen Platz hat, ausser 8a, wo vielleicht die doppelte

20) Vom Thaut'all in schönen Nächten Avistoteies meleorol. 1, 10 doch ohne
des Mondes Erwähnung zvt thun.
loading ...