Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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Fackel ihm keinen Platz liess, und er darum unter der Kanne ihn
fand. Denn in den anderen Fällen hat die Göttin nur eine Fackel.
Nicht so consequent ist das Verhältniss des Hundes zur Schale:
es besteht bei Da(b?) wo dreimal die Göttin mit Fackel und Schale
steht und unter dieser der Hund sitzt, nicht so bei K, wo bei ab
wenigstens die Rechte der Fackelhalterin ohne Gefäss über dem
Kopfe des Hundes hängt, während bei c, vereinzelt durch die zwei
symmetrisch gegen die Fackelhalterin gekehrten Hunde, einiger
Grund die Schale anzunehmen besteht; Oa ist er nicht da wo die
Schale sicher ist, sondern da wo solche vorauszusetzen kaum wahr-
scheinlich ist; auf Rae sitzt er unter der Schale, auf h nicht; auf
Sa ist er weder bei der Fackelgöttin noch unter der Schale, son-
dern unter der Kanne und auf b fehlt er. Jenes Wort des Euripides
also wird hier in seinem strengen Sinn zu nehmen uns nahe gelegt.
Es scheint ja auch, dass der Hund mit Artemis, der Tochter Leto's,
ursprünglich nichts zu thun hat. Dass sie, wie gelegentlich Athene
von Iris, Helene von sich selbst II. 21, 481 Hund gescholten Avird,
darauf ist doch kaum mit Usener (Kallone im Rhein. Mus. 23,318 ff.)
so viel Gewicht zu legen, als dass wo Artemis als die irÖTVia 6r|pd)V
11. 21, 471 auftritt, ausführlicher Od. 6, 102 und Hym. 27 wohl
Eber und Hirsche genannt werden aber nicht Hunde, auch nicht
Hym. 4, 16, wo genannt wird was ihr lieb ist. So finde ich auch
in älteren Darstellungen, also zunächst auf Vasen wohl das Reh,
aber nicht den Hund als Begleiter der Artemis. Den Hund mag die
Jägerin Artemis von Hekate oder Hera-Eileithyia oder sonst einer
Localform angenommen haben, vielleicht einer attischen, die uns
das schon angeführte Münzbild (Beule S. 287) kennen lehrt, das durch
den Bogen, wie die Argivische Eileithyia nach Massgabe jener Jo-
vase, der nationalen Artemis, durch Hund und Schale der Hekate
und ihren Bildern gleicht. War Hekate nicht Jägerin, so waren auch
ihr Hund oder ihre Hunde nicht Jagdhunde. In der That heissen
sie zu häufig, um nicht Gewicht darauf zu legen, (TKuAccKeg, meist
freilich in orphischer Dichtung, doch auch bei Kallimachos schon
und Theokrit 2, 12, dessen Scholiast dazu bemerkt biet tö ffKuXaKag
excpepeaOai beurva in. c6xdTr| (Plutarch qu. vom. 68 ffKuXotKia) mit An-
führung eines Verses aus Aristophanes' Daitaleis:

ti beu; Kuvibiov Xeuxöv (?) eTTpiuu irj öeu>
ig jag Tpiöboug.

Mag endlich der ffKuAaH bei Theophrast Char. 16, als Reinigungs-
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