Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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0*50M. dick; gegenwärtig vor Herrn Fellner's Wirthshause als Sitz-
bank in Verwendung.

ß. Im Januar 1875 wurde in Szerb-Poszeszena ein Ziegel ge-
funden mit dem Stempel:

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7. Desgleichen am 24. August 1880 von mir selbst ein Ziege
mit dem Stempel:

LEG VI! Ci*. 8)

8. Alte Münzen.

Alt-Moldova. Die im vorigen Jahrhundert in dieser erzreichen
Gegend aufgeführten, bald aber geschleiften Fortificationswerke
erheben sich auf römischer Grundlage. Sie reichen bis in den
Donaustrom hinein, an dessen Ufer sich auf einer langen Strecke
viele Reste mit römischen Ziegeln finden, mehrere mit dem Stempel
cch im de' 9), ferner ungewöhnlich viele Dachziegelfragmente, auf
einem ren 10) (retrograd) ; endlich das Bruchstück eines in Pal-
mettenform verzierten Schlussziegels, ausserdem Münzen, Schmuck-
sachen, zahlreiche Urnen, die oberhalb des Mühlbaches in der dem
Flusse zugewendeten Lehmwand gefunden wurden. Von glaubwür-
diger Seite wurde mir mitgetheilt, dass auch auf der benachbarten
grossen Insel viele antike Ziegel und Urnen zu Tage liegen.

Bosnyak (Neu-Moldova). Dass hier schon zur Römerzeit Berg-
bau betrieben ward, beweisen zahlreiche uralte Schlackenhalden,
Wasserleitungen und Grubenbaue. Besonders bemerkenswerth sind
die Ruinen eines umfangreichen Festungsgebäudes oder römischen
Lagers11). Der Ankerplatz ist nach einer von dem Orsovaer Steuer-
inspector Schwerer in dem süd-ungar. hist.-archäol. Vereinsorgan
(ErtesitÖ) publicirten Skizze 3414 Quadratm. gross und mit einer
viereckigen l*/2 M. dicken Steinmauer umzogen12).

s) Vgl. Audi. 1 ; der Strom hat hier wohl mehrfach seit der Römerzeit seinen
Lauf verändert. W. K.

9) Vgl. den ganz gleichen Stempel im Kronstädter Museum C. I. L. III, 1633
24, und aus Mehadia, Ephem. epigr. II, 468. W. K.

,n) = Eph. epigr. II 473, in Schässburg (Broos rep. in castris Romanis);
doch las Gooss bei abermaliger Besichtigung des Stückes NCR, vgl. Mittheil. 1
p. 35, Eph. epigr. 4, -204. W. K.

") Der Verf. theilt eine Lokalsage mit, derzufolge dieses Gebäude einst die
Villa eines röm. Proconsuls gewesen sei. W. K.

n) Der Verfasser theilt zugleich die Inschrift C. I. L. III, 1557 nach Grise-
lini, Abschr. 1 mit. W. K.
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