Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

Seite: 179
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Bei der Grundlegung von Neubauten fanden sich gelegentlich
Thonlampen, Erzstücke, kleine Kugeln, Schlüssel, römische Silber-
münzen , eine kurze goldene Kette und einmal in einer Tiefe von
vier M. 2 wahrscheinlich zum Eindecken gebrauchte Bleiplatten (je
48 Cm. lang, 38 Cm. breit, 15 Cm. dick, zusammen 78 Kilogramm
wiegend).

LäSZlovär. Hier fand sich ein Stück einer alten Wasser-
leitungsröhre, jetzt im Besitze des Alterthumsvereins-Museums in
Temesvär.

Kaonicza. Unverkennbar, theilweise bis zu 3—4 M. über dem
Boden, erheben sich Reste eines römischen Lagers circa 60 M. in's
Geviert. Eine genaue Besichtigung verhinderte das Gebüsch und
Unkraut, das den Boden dicht bedeckt und Schlangen und ekles
Ungeziefer beherbergt. Soweit ein Vordringen thunlich war, lagen
allenthalben Mauerbruchstücke und Dachziegel. Ein Dachziegel
hatte die scharf eingedrückten Buchstaben darp1 13). Eine militä-
rische Position wäre um so leichter anzunehmen, als das freie Auge
alles Feld bis Drenkova beherrscht.

DrenkOVa (Castrum DrancÖ). Spärliche Reste von römischen
Ziegeln. Bedeutendere Reste an der Stelle des ehemaligen Dorfes
Sztarics, 900 Schritte oberhalb der Mündung des Staristjebaches,
beiläufig 200 M. über dem Donauspiegel auf einem Bergvorsprung.

Szvitlicza. Die eine Viertelstunde von diesem Orte entfernte
Ruine Trikula besteht aus drei imposanten, viereckigen Thürmen,
von denen zwei einander ganz gleiche auf dem Lande, ein (gegen-
wärtig durch eine Holzbrücke mit dem Lande verbundener) bedeu-
tend grösserer in der Donau steht. Die Landthürme sind 24 M.,
der Wasserthurm etwa 45 M. von beiden entfernt. Sie sind sämmt-
lich in gleicher Weise aus rohen Bruchsteinen aufgeführt, die Ecken
sind aus Quadern. Die beiden gleichen haben 8 M. im Geviert und
mindestens 16—18 M. Höhe. Ausser einer etwa 7—8 M. über dem
Fussboden angebrachten Thüröffnung haben sie keinerlei Eingangs-
oder Lichtöffnung. Die Mauern sind reichlich 2 M. dick. So sicher
es ist, dass die drei Thürme zusammen gehören, lässt sich doch
keinerlei Spur von Verbindung derselben nachweisen. Ich denke
daher an Holzpallisaden. Die Ansicht, dass die Feste römischen
Ursprungs sei, glaube ich (nach Stojka's Vorgange, der hier Tri-
cornesium suchte), mindestens nicht bestreiten zu sollen.

13) = C. I. L. III, 1633, n. 22 aus Zeleul. W. K.

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