Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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Viele dieser Ziegel sollen nebst anderen Stücken, auch Statuen-
fragmenten, wie Herr Müller mir mittheilte, von der Dampfschifffahrts-
Agentie hauptsächlich nach Wien gesandt worden sein. Gegenwärtig
befindet sich noch ein fast 2 M. langes Stück einer Säule mit
dorischem Capitäl aus Sandstein, mehr als 50 Cm. im Durch-
messer, an seiner Fundstelle liegend. Römische Münzen, besonders
aus der Zeit des Nero bis auf Gallienus und Aurelianus werden
häufig gefunden, doch grösstenteils von den Arbeitern verschleppt.
Auch ausserhalb des oben definirten Lagergebietes ist der Boden
an Ueberbleibseln der Römerzeit ergiebig.

1872 stiess man im katholischen Pfarrgarten bei Anlage einer
Kalkgrube auf einen mit römischen Ziegeln belegten Zimmerfuss-
boden (vgl. Boleszny, Donau-Katarakte, S. 59).

Vis-ä-vis dem Pfarramte, im Hofe der Honvedkaserne (ehemals
Jovanovics'schen Hauses) fand man bei Grabung eines Canals
mehrere römische Gräber, das erste 1840. Das zweite enthielt einen
bleiernen Kindersarg, in welchem man Goldringe mit eingravirten
Buchstaben, verschiedene Goldschmucksachen und eine Münze fand.
Das dritte, ausgemauerte Grab enthielt drei Aschenurnen und
mehrere Bronzemünzen aus Gordianus' Zeit. Auch ward hier die
gegenwärtig im Besitze des Temeser Obergespans Sigm. v. Ormos
befindliche und von ihm in der 16. Versammlung ungar. Aerzte
und Naturforscher (1872) zu Herculesbad, nächst Mehadia bespro-
chene „MithrastafeF gefunden.

Nach Boleszny (S. 58) sind auch im Traska'schen Gebäude
kleinere Sarkophage, Aschenurnen, römische Ziegel. Münzen u. s. w.
aufgefunden.

Ein uralte Begräbnissstätte lag vielleicht im Gradiscathale,
beim Weingarten des Dr. Meyer; dort nämlich befindet sich ein
Wasserriss, an dessen Hängen zuweilen kugelförmige, mit einem
Halse versehene Thonkrügelchen gefunden werden.

Der der Topleczer Holzbrücke gegenüber liegende, gross-
artige, etwa 150 M. lange unvollendete Aquäduct, gegenwärtig fast
ganz verschüttet (!), ist nicht römisch, wie gelegentlich vermuthet
worden ist, sondern ein Werk der Türken (nach dem Frieden von
Belgrad, 18. September 1739), wie Pesty a Szörenyi bdnsdg. 1, 159 ff.
nachgewiesen hat.

Ueber Herculesbad bei Mehadia bringe ich nichts Neues.

Mehadia (Ad Media,,,) (C. I. L. III, p. 248. 1017.) Im Jahre
1822 stiessen Rumänen in den Ruinen einer alten („Beserica ungu-
rasca" oder „Beserica sparta" = „zerstörte Kirche" genannten)
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