Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

Seite: 182
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Steinkirche des etwa 1000 Schritte von Mehadia an der gegen
Karansebes zu führenden Strasse gelegenen Ortes Ullics in der
Gegend des Altars auf eine etwa 2 M. im Quadrate haltende, 30 Cm.
dicke Steinplatte, die sie zerschlugen. Pfarrer Stojka de Haczeg,
der 7 Jahre vorher an derselben Stelle fruchtlose Nachgrabungen
angestellt hatte, sammelte und ordnete die Fragmente. Die Tafel
war aus weissem Marmor gefertigt, fein polirt, die Buchstaben
„sehr schön", doch zum Theil (d. h. wohl in der unteren Partie
der Inschrift) verwischt, da die eine Hälfte der Platte als Fuss-
schemel vor dem Altartisch diente. Die Inschrift lautet17):

d ■ BiEBAtvS - h k s a n I
tvs ■ a/g - col ■ z31mi |
c e g "e v s ä. ■ v i x -ann
lxvi -ose- proscrp
5) | tvs - p 31 ■ BÄ.BAf AM

GAM ■ c3n • cot 3" - co

rf rto ■ -J-i (ifn A • s«fif
j 3" ■ com31 ■ e b b v s ■ iui

Neben dieser Kirche werden oft Funde von griechischen und
römischen Münzen gemacht.

Nach Stojka beschreibe ich noch fünf silberne, innen ver-
goldete Gefässe, die von einem Hirten bei dieser Kirche am
5. September 1823 gefunden worden waren und dann in den Besitz
des Grenzerhauptmanns Milosevics gelangten. Ihre Provenienz ist
unklar, Stojka hielt sie für „Kirchengefässe". Die beiden grössten
waren „wie Suppentöpfe geformt" und vordem (?) verschliessbar;
in ihnen befand sich je ein kleineres ähnliches Stück, deren eines
am Boden „einen spielenden Hirsch" zeigte. Das fünfte Stück glich
einem „kleinen Kelch mit hübschem Postamente". Noch zu Stojka's
Zeit scheinen diese Geräthe zu Grunde gegangen zu sein.

Eine Viertelstunde von Mehadia in der Richtung nach Plu-
gova zu liegen an der Strasse, links zwischen Ackergründen, von

1T) Bisher unedirt. Dass die Inschrift nicht von kundiger Hand copirt worden
ist, leuchtet ein. Vielleicht so zu lesen: D(ecimus) Baebatius [G]hr[y}scmtus aug{us~
talis) col(oniae) Zermic(?)e<jelusae mx(it) ann(is) LXVI. [h{ic)] s(itus) eist), proscriptus
(? sc. titulus) per Baebatiam Gam[i]cen co(n)i{iigtm) et co[ll(ib)?~] et co[h]eredibus
quattuor, W. K.
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