Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

Seite: 183
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zwei Bächen flaukirt, dieUeberreste des ad Medium situirten Lagers 's).
Mauern und Gräben (vom Volke Zidina „Mauerwerk" genannt),
von Dornen und Strauchwerk überwuchert, bedecken einen mehr
als 2 Joch fassenden Flächenraum (so auch Stojka's Manuscript).

Hier fand man ausser einer Unzahl, sowohl griechischer als
römischer Münzen, von denen am 19. Juni 18G4 allein zweitausend
Stücke ausgegraben wurden, eine zum Schwur erhobene Hand
(Votivhand?) aus Bronze und einen überaus hübsch gearbeiteten
bronzenen weiblichen Tiger, ferner (nach Stojka's Bericht):

1. 1815 in der Tiefe von circa 2 M. einen steinernen Sarko-
phag, über 2 M. lang, 1 M. breit und sammt dem Deckel 1*30 M.
hoch, von den Findern leider zertrümmert. Pfarrer Stojka entzifferte
noch Folgendes 19):

iani • lepidvs
v i xit • akn1s
lxx-oeLABAs(
cintvs - conivgi
pietissimae
pos vit- pvmia

SO

2. Eine Votivtafel etwa 80 Cm. ins Geviert, mit dem Bilde
der „Julia Augusta", die im Schosse zwei Prinzen hält (V !)

3. Ein Goldstück; im Revers aeternitas-avgvsta.

Die Römerschanzen möchte ich auf dacischen Ursprung zu-
rückführen; ich finde eine Bestätigung meiner Ansicht in ansehn-
lichen Funden bei der Oresaczer Festung (genannt Zsidovar) von
roh geformten und schlechtgebrannten Geschirren "°J aus schwarzer

1S) Vgl. Mommsen C. I. L. III, p. 248 castra item ad Medium habuisse Ro-
manos probant lateres quamquam sublesta ßde traditi omnes cum. vntcrtptionibus
! eg ■ xiii • gem, leg-v-m-, vexillatio daciarvm, legiiii-f-f inier quos ma-
xime insiynis est extreme- loco relatus leyionis castra habentis in provincia contermina
Moesia super iore,praeterea extra Mehadiam Tibiscum versus castri Romani rudera nuper
reperta sunt cum titulo cohortis tertiae Dalmatarum (n. 1577 gef, inter Mehadiam et
Plugovam), quae castra fortasse fuerunt eo loco, qui in tabula dicitur Prae-
torium. Doch trifft letztere Bemerkung nicht ganz zu; denn die von dem Veit',
angegebene kurze Distanz l1/^ Stunde) stimmt nicht mit den Entfernungen auf der
Peutinger'schen Tafel: ad mediam XIII — pretorio IX. W. K.

l9) Unedirt; in Z. 1 Aeliae (?) Lepidae oder sonst ein Frauenuame. W. K,
i0) Aehnlich den oben beschriebenen aus Dombo, doch noch roher.
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