Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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1. Kleiner Carneol: Lorbeerbüste Jul. Casars mit Stern und
Augurstab.

2. Dessgl.: Eber nach L laufend, schön, daneben:

PLLC

3. Dessgl. mit

(Aehnliches auf Silbernlünzen des Theodorich und Athalarich).

4. Dessgl.: Sphinx sitzend, darunter favsti.

5. Dessgl.: Löwe springend, darüber spica, darunter aela.

6. Gelber Stein: laufendes Thier mit langem Schwanz (Eber?),
sehr roh, daneben:

D J w
I o

F VLLIS

7. Jaspis: Faun unter einem Weinstock sitzend melkt eine vor
ihm stehende Ziege.

8. Sehr schöner Carneol aus Sarajevo: nackter Faun, auf den
Zehen nach 1. gehend, hält mit beiden Händen über der r. Schulter
eine unten spitze Amphora. Feine Figur, echt griechische Arbeit.

Soviel vom Ausgangspunkt meiner ersten Route; ich wende
mich mit Uebergehung der auf dem ganzen Wege vorhandenen
mittelalterlichen Denkmäler sogleich zum Endpunkte derselben

Plevlje (Taslidza)

Unsere gesammte Kenntnis dieses Fundortes römischer Alter-
thümer ruhte bisher auf einem Berichte Blau's (im Monatsber. d.
Berl. Akad. d. Wiss. Dec. 1866 S. 838—849), der auf Aufforderung
Mommsens einen Tag in Plevlje und Umgebung zubrachte (23. Aug.
1866, s. dessen Reisen in B. u. d. H. S. 86 f.) und nebst Nach-
richten über die Lage und Entstehung der heutigen Stadt zwanzig
römische Inschriften C. I. L. III 6339—6357 , theils aus der Stadt
selbst, theils aus einem Punkte ihrer Umgebung, dem Ilino-brdo,
mittheilte. Ungelöst blieben die Fragen nach der genauen Lage
und dem Namen der römischen Ansiedlung, als welchen letzteren
Mommsen C. L L. III p. 1026 Stanecli der Peutinger'schen Tafel.
Tomaschek h c. p. 44 Sapua des Geogr. Ravenn. vermuthet, beide
in Ergänzung des Buchstabens ß, welcher in einer Inschrift (Blau 8)
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