Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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M • O P E 11 i O •
A N T O N i N O
DIADVMENI
ANONOBILIS
5 SIMO CAESAR!

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Aus dem J. p. Chr. 217/8.

5. Am Marktbrunnen zu Plevlje, in welchen Nr. 17 C. I. L.
III, 6353, eingemauert ist, liegt ein grosser fragmentirter Steinblock,
von dessen Inschrift nur ein grosses m erhalten ist.

Als neuen Fundort nenne ich zunächst Radosavac eine kleine
IIiiusergruppe hart am linken Ufer der Cehotina, 2 Km. westl. von
Plevlje mit den Inschriften:

6. Grabstele, 0 68 h., 0'45 br., 03 d. Umrahmt von Wein-
ranken mit Blättern und Trauben, vielfach verletzt und stark ver-
wittert.

D M S
V / S INV///
AVR • KVfus
SIBI ET svae
CON • VIVWS
T ■ F • C • ,

7. Votivstele mit Rosette zwischen den Akroterien, 0"22 h.
0"3 br, u. d.

S • A ■ S •

Siilvano) A(ugusto) S(acrum).

Beide Steine befinden sich, der erstere eingemauert, der letztere
freiliegend, im Hause des Cifci Jestrovic, dem Beg Selmanovic
gehörig.

Weisen diese Funde abermals und noch weiter als die im
Innern der Stadt gemachten nach dem Westen von Plevlje, so führen
uns die folgenden geradezu an den Ort der antiken Niederlassung.
Es ist dies die mässig grosse, aber sehr fruchtbare Ebene an der
Einmündung der von Süden kommenden Vezesnica in die Cehotina,
welcher Punkt nur 72 Km. westl. von Radosavac liegt. In einem
der Wasserrisse des Abhanges am linken Ufer der Vezesnica trifft
man zunächst die Ruinenspuren ausgedehnter Baulichkeiten: Mauern,
welche noch die Eintheilung der Innenräume erkennen lassen, massen-
haftes Ziegelwerk, zwar ohne Stempel, doch sicher römischen Ur-
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