Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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2. Ple vlj e-Prj ep o lj e. Wenn der vorige Fund wahrschein-
lich die Richtung der Römerstrasse von Plevlje gegen die Küste
zu anzeigt, so weisen die folgenden sicher den weiteren Verlauf
derselben ins Innere des Landes, der sich soweit abermals mit der
mittelalterlichen Route, die von Ragusa über Plevlje und Prjepolje
nach Nisch und Constantinopel führte, deckt. Herr Viceconsul
Müller, der sich die Aufgabe gestellt hat, den alten Weg zwischen
Plevlje und Prjepolje aufzusuchen, fand in der That auf einer fünf-
zehnstündigen beschwerlichen Tour über verlassene Hochebenen,
halbwegs zwischen den genannten Orten, mehrere unzweifelhaft
römische Steine, darunter einen mit zwei Brustbildern, leider keinen
mit Inschrift.

3. Bei Prjepolje selbst, genauer bei Öadinje (Berg- und Orts-
name am 1. Ufer des Lim, in dessen Nähe auf der Karte auch der
meist an Ruinenhügeln haftende Name „Gradina" vorkommt), ent-
deckte derselbe ausgedehnte Ruinenhaufen unzweifelhaft römischen
Ursprungs, wie drei gleich in die Augen fallende Denksteine be-
weisen. Einer davon zeigt nur zwei Brustbilder, die beiden andern
folgende Inschriften:

a) DAS

T AR- SATVR
NINVS- EQR •
EX- V-L-P-

5 DEAVIRAGODELIA

VOTVMF.-VEFfNWUhE

qvod/////felxagoe

D(ianae) A(ugustae) /S(acrum) Tiitus) Aur{elius) Satuminus
eq{xies) R(omanus) ex v(oto) l(ibens) p{psuit).

Dea virago Deila
Votum faventi numine
Quod [debeo] feh'x ago
L(ibens) p(osui?).

vgl. Seneca Hipp. 54: ades en comiti dea virago.

H. und Br. des Inschriftfeldes 035> H. der Buchstaben Z. 1
—4: 0*05, Z. 5—8: OOS. Soviel zeigt der mir vorliegende Ab-
klatsch. Nach einer Zeichnung des Steines trägt das unterste
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