Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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„Kapelle" genannt wird, weil darin einst der katholische Gottes-
dienst für den Pfarrsprengel von Vitez—Gucanska von den Geistlichen
des Klosters Gucjagora bei Travnik abgehalten wurde. Vitez liegt
13 Km. südöstl. von Travnik an der Strasse nach Sarajevo. Hier
wurden von einem kath. Geistlichen folgende Fragmente vereinigt:

d. m.

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fil. an )n-xx-
: et u < s h pl
con \kar-

.... N iv S

.....riNvs

et \siBi -

H. 0-5, Br. 0'3, D. 019; links etwa in der Mitte und oben
nahe dem Rande gebrochen, rechts und unten umrahmt von Wein-
ranken mit Blättern und Trauben, die von einer Amphora in der
Ecke ausgehen.

b) (d .1

IponpfJ

H. 0-22, Br. 0-3, D. 0*07.

c) p i a
n i v

H. 016, Br. 12, D. 0-0.

d) Zwei Bruchstücke einer Hochreliefsculptur 0*19 u. 0 3 1.,
0-35 u. 0-29 h., 0-05 d., darstellend (links) ein Pferd (Hengst) mit
reicher Beschirrung: Sattel, geschuppter Decke, Brustgeschirr mit
Phaleren. Es steht nach rechts und hebt den 1. Vorderfuss. Rechts
steht nach 1. gewendet und mit der R. das Pferd haltend, die L.
auf das kurze, an der Seite hängende Schwert gestützt, eine Figur
(Amazone?) in kurzem doppelt gegürtetem Chiton und wallendem,
über der r. Schulter durch einen Knopf gehaltenem Mantel, die Beine
am Fuss- und Kniegelenk verschnürt. Unter dem Pferde liegt eine
krumme Streitaxt; die Köpfe der Figuren fehlen.

Auch am rechten, südlichen Ufer der Lasva sollen an mehreren
Stellen der den Fluss begleitenden Bergabhänge Spuren römischen
Alterthums gefunden worden sein. Das citirte Archiv S. 151 ent-
hält hierüber folgende Stelle: „Zwei Stunden flussabwärts von
Travnik an der Mündung der Biela in die Lasva liegt auf einem
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