Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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Ultima clauserunt Per \\ carum stamina filo
Principii miserandi diem, \\ quem, gloria(m) nisi,
avus adque pater jpuerum \\ dedere [p]raeclara(e)
mil>tia(e) patruoque suo tun \\ xere fovendum,
cum primum pulchra lanu \ \ gine sumeret annos,
spectantes magnum patri \\ ae columenque futurum,
heu miseri, gloriari sibi \\ laetamque senectam.
Crudeleim) luctum domui \\ Ravenna remisit,
Hoc miseros titulo pro\\prium signasse dolorem.

Principius (der Name scheint, wie man aus den eng zusammen-
gedrängten Buchstaben schliessen kann, erst nach Anfertigung der
Inschrift eingefügt zu sein) erscheint als Cognomen auf dem Stein
von Scardona C. I. L. III, 6414 und C. I. L. III, 4335. Da Ravenna
als Sterbeort des Principius genannt wird, so hat dieser Jüngling
wahrscheinlich als Soldat in der Flotte zu Ravenna gedient. Ueber
die Verwendung der Dalmatae in der Ravennatischen Flotte cf. Tac.
H. 3. 12. und die Privilegia veteranorum C. I. L. III p. 915. Der
obige Inschriftstein befindet sich jetzt im Hause des katholischen
Pfarrers Fra Jako Duic in Travnik.

Von Travnik reiste ich über Dolnji-Vakuf, Bugojno und Kupres
nach Livno. Ich verzichtete darauf, von Bugojno weiter aufwärts
im Vrbasthale bis Gornji-Vakuf zu gehen, in dessen Umgebung, bei
Vrse „noch jetzt häufig römische Münzen im Bett eines Waldbaches
gefunden werden sollen" (Blau Reisen S- 155), da Blau, welcher
(Berl. Monatsber. 1867 S 745) dort die römische Strassenstation
ad Matricem der Tab. Pevt. ansetzen wollte, bei seinem Besuch der
Gegend weder bauliche Ueberreste fand, noch eines der angeblich
daselbst gefundenen römischen Münzstücke zu Gesicht bekam.
Ueber die Reste angeblich römischen Bergbaues, welchen Blau
(Reisen S. 153 f.) zweifelnd, Jirecek (Handelsstrassen etc. S. 42)
mit Sicherheit doch ohne stärkere Gründe am Berge Rosinj nörd-
lich von Gornji-Vakuf annimmt, wäre mir ein Urtheil ohnehin ver-
sagt gewesen. In Cipuljic bei Bugojno suchte ich vergebens die
von Jukic (Zemljopis i povjestnv a Bosne, Agram 1851, geschrieben
1834) nur allgemein erwähnten „römischen Ruinen" in Otinovci,
östlich von Kupres, ebenso erfolglos das Inschriftfragment C. I. L-
III, 2763, welches Nedic (Agramer „Arkivu IV S. 153 f.) 1855 im
Pflaster des Pfarrhofes daselbst gesehen hatte. Auch in der Um-
gebung von
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