Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

Seite: 207
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Die Kürze meines Aufenthaltes in Bosnien mag den fragmen-
tarischen Charakter dieser Mittheilungen, die nur einen Theil meiner
Ausbeute darstellen, entschuldigen. Die Aufgabe, welche der Ar-
chäologie in einem Lande wie Bosnien gestellt ist, kann ihrer Natur
nach von einem Einzelnen auch in wiederholten Reisen und bei
längerem Aufenthalte nicht einmal vorläufig erledigt werden. Es
gehört dazu die Mitwirkung ansässiger Alterthumsfreunde, welche
ihre Müsse der archäologischen Erforschung des Landes und der
Förderung dieser Aufgabe widmen wollen. Leider sind die hiezu
fähigen Kräfte in Bosnien nur höchst vereinzelt zu finden; umso-
mehr bedürfen die vorhandenen der bisher fehlenden Anregung und
Ermunterung. Es ist zwar nicht die statutarische Pflicht, aber ein
schönes Recht der k. k. „Central-Commission zur Erforschung und
Erhaltung der Kunst- und hist. Denkmale" , eine ähnliche Sorge,
wie im alten Länderkreis der Monarchie, auch bezüglich des neuen
österreichischen Verwaltungsgebietes zu treffen, und bei dem Inte-
resse, welches dieser Gedanke an massgebender Stelle bereits ge-
funden hat, ist eine baldige und erspriessliche Verwirklichung des-
selben mit Zuversicht zu erwarten.

Wien M. HOERNES

Bericht über eine Reise in Kärnten

Als Stipendiat des archäologisch-epigraphischen Seminars der
Universität Wien erhielt ich im Laufe dieses Sommers von Seite
der Direction den Auftrag, Kärnten zu bereisen, um eine grössere
Anzahl noch unpublicirter Inschriften abzuschreiben, welche, Dank
den Bemühungen der Localforscher, in diesem Lande neuerdings
aufgefunden worden waren. Da jedoch Mommsen und Wilmanns
auf ihren Reisen in Kärnten viele der im Corpus Inscriptionum la-

L., hat den r. Arm (der an der Schulter abgebrochen ist) weggestreckt und auch
den Kopf nach 1., dem Gestus der R. folgend, gewendet. — Ich füge hier an, dass
Hr. Evans auch in Lapac, westlich von Kulen-Vakuf, jenseits der dalmatinischen
Grenze zwei neue Fragmente römischer Inschriften entdeckte. Wahrscheinlich be-
zeichnen die Orte Udbina (C. I. L. III, 2977)', Lapac, Vrstoca die Richtung eines
Strassenzweiges, der aus dem oberen Dalmatien nach Bosnien, speciell in die Ge-
gend von Glamoc und Livno führte.
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