Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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2 IS

Eph. ep. II, 1061.

T - KANIO T ■ L
PHILOCRATI
BANON ACON
D • S • F

(Fortsetzung folgt.)

Wien A. v. DOMASZEWSKI

ßronzegefass aus Constantinopel

(Taf. VIII)

Das auf Taf. VIII abgebildete Bronzegefäss befindet sich im
Besitze des k. deutschen Gesandten Prinzen Reuss in Wien. Es
ist 10 Cm. hoch und durch Guss hergestellt. Die Reliefs sind mit
geringer Sorgfalt ausgeführt und nicht ciselirt. Dargestellt sind,
ähnlich wie auf späten Sarkophagen, sieben männliche nackte Fi-
guren, die sich im Freien im Ring- und Faustkampfe üben: links
zwei Ringerpaare in unentschiedener Haltung, rechts zwei Faust-
kämpfer ; mit dem letzteren Paar ist ein an der Uebung nicht Theil-
nehmender beschäftigt, der mit einer Kopfbedeckung (Helm?) ver-
sehen ist und vielleicht einen Aufseher vorstellen soll. Baum- und
Strauchwerk ist eingestreut, links oben eine Rosette.

Das an sich geringfügige Gefäss gewinnt durch seine Form
und Technik Interesse. Dieselbe kommt nicht häufig vor; man
kann grosse Reihen von Bronzegefässen vornehmen, ohne auf Gleich-
artiges zu stossen. Indess steht sie nicht vereinzelt da, wofür fol-
gende Beispiele den Beweis liefern:

1. Gefäss im Wiener Antiken-Cabinet. v. Sacken Die
antiken Bronzen des k. k. Münz- und Antiken - Cabinets in Wien
Taf. XLIX n. 2 p. 116. Höhe ca. 0*06, Durchm. ca. 0-06. Das
Gefäss ist etwas bauchiger, aber nahezu gleich profilirt. Auch hier
ist der Guss unvollkommen, das Material grob und spröde, das
Relief ungleich hoch. Das Gefäss war bestimmt an einer Schnur
getragen zu werden. Im Relief sind zwei putti dargestellt, die nach
linkshin in ganz gleichartiger Bewegung hintereinander herlaufen, mit
einer im Rücken flatternden Chlamys bekleidet und mit der Rechten
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