Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 4.1880

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einen langen Stab schulternd, an welchem bei dem Einen ein Bündel (?),
bei dem Andern eine Tasche (?) und ein Vogel aufgehängt ist.
Zwei Bäume, ein Felsstück, eine Ära mit darauf liegender Patera
und ein an dem einen Baume hinaufspringender Ziegenbock bilden
die Scenerie.

[2. Gefäss im Britischen Museum, 0'09 hoch, von gleicher
Form und gleicher Randverzierung, mit stumpfen detaillosen Reliefs:
Herakles trunken niederfallend, von Satyren gehalten, Dionysos und
sein Thiasos. 0. B.]

3. Gefäss in Paris. (Jhabouillet Catalogue general u. s. w.
Monuments de bronze n. 3144. Höhe 0 9, Umf. 0'33. Der Beschrei-
bung nach ist die Oeffnung bedeutend schmäler als der Bauch.
Hier sind in dem gegossenen Relief vier Knaben, von denen drei
geflügelt sind, dargestellt, die in Begleitung von Hunden, zum Theile
bewaffnet, mit einem Eber und einem Panther kämpfen. Die Gruppen
sind durch Bäume getrennt.

4. Gefäss in Paris. Chabouillet n. 3145. H. 055. Uraf. 0-29.
Reliefdarstellung: Thierkämpfe, Bäume als Scenerie.

5. Gefäss bei Carolus Patinus Irnp. Rom. num. 1696
p. 120 sqq., darnach bei Montfaucon 1. Ausg. Suppl. III pl. LXVIII.
Aus Patin's Aeusserungen über die Bestimmung des Gefässes geht
hervor, dass er nicht aus Autopsie sprechen konnte; wornach wohl
auf eine ältere x\bbildung zu schliessen ist. Hier scheint die Form
besonders bauchig, die Profilierung reichlicher zu sein, die Relief-
darstellung sehr verwandt. Man unterscheidet vier Gruppen von
Ringern. Hier hat einer der Ringenden selbst einen Helm (Sturm-
haube) als Kopfbedeckung. Bei dem letzten Paare links sieht man
wieder einen an der Uebung nicht Betheiligten sich an einen der
Kämpfer wenden und hier ist er deutlich als Leiter der Uebungen
gekennzeichnet: er ist mit einem von rechts nach links über die
Schulter geschlagenen Himation bekleidet und hält mit der gesenkten
Linken Palmzweig und Kranz für den Sieger. Die Gruppen sind
durch eine Vase, in welcher Palmzweige stecken, einen dreifüssigen
Tisch und ein Luterion getrennt.

6. Gefäss bei Caylus Eecueil I pl. XXXVIII p. 218 in ver-
kehrter Orientirung. Höhe ca. 040, grösster Durchm. 0 105, ge
funden in Sisteron in der Provence, von roher Arbeit und schlankeren
aber ziemlich ungefälligen Proportionen. Die Reliefs bieten mit geringer
Variation zweimal dieselbe Darstellung: je eine durch Löwenfell und
Keule gekennzeichnete Herakles-Herme; nach ihr hin in unklarer
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