Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 5.1881

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drei Bilder der Eileithyia Paus. 1. 18. 5, mehr als eine wenigstens
auch Paus. 1, 44 wie schon Homer IL 11, 270 und 19, 119 eine
Mehrheit von Eileithyien bekannt ist. Von der Verbindung der
Artemis und Hekate mit Chariten Hören und Nymphen, auch diese
in typischer Dreiheit, ist alsbald zu sprechen.

Mag aber die Wandelung des Mondes und seine Vielgestaltig-
keit die Dreiheit der Mondgöttin geschaffen haben: den eigentlichen
Anstoss zu concreter Darstellung scheint der Dreiweg gegeben zu
haben, nicht der Kreuzweg im strengen Sinne, der ja viel seltener
ist und den Wanderer weniger in Verlegenheit setzt, daher auch
weniger der schützenden Gegenwart derjenigen Gottheiten bedarf,
welche selber wandernd auch menschlicher Wanderung vorstehen,
des Hermes und der Hekate. Diese wie auf gewöhnlichen Wegen
und Strassen, so vorzüglich auf Dreiwegen zu verehren, musste
durch die engverbundene Dreiheit von Selene Artemis und Hekate
ja besonders nahegelegt werden, wenn sich jene Dreiheit bereits
gebildet hatte. Dass dies der Fall gewesen, wird ausgesprochen
in den Scholien zu Aristophanes' Plutos V. 594 (im Ravennas nicht
vorhanden) xnv c€Kaxnv ev raig xpiööoig exiuuuv tö xraXaiöv bid tö
xnv auxnv XeXr)vr)v Kai "Apxeuiv Kai 'GKainv KaXeTcrBai, wo sowohl die
Reihenfolge der drei Namen als auch das KaXeTaGai auf dieselbe
Quelle weist, der jenes Scholion zu Euripides' Medea V. 376 ent-
stammt, wie auch dasjenige zum Hippolytos V. 144, wo nur die
Ordnung umgekehrt ist, da von Hekate ausgegangen wird. Etwas
anders steht es bei Cleomedes de mundo 2 (von Osann zu Cor-
nutus 34 angeführt) oi TraXaioi xpia eivat Tiepi xnv tfeXrivriv crx^maxa
e'cpaaav. . (s. oben Anm. 52) Ö9ev Kai TpiTrpöaiuTTov inv "Apxeuiv
Tioteiv e'Gog ecrriv und wiederum anders bei Cornutus 34, welcher
nachdem er von der Artemis gesprochen fortfährt oux exepa be oüo"a
am?\g f| 'GKain xpiuopcpog dcrfjKxai, bid tö xpia crx^maxa xeviKUJTaxa
cmoTeXeiv xnv creXrivnv, folgt die oben Anm. 52 ausgeschriebene Be-
schreibung zum Theil ja mit denselben Ausdrücken wie bei Kleo-
medes, danach evieuöev b5f]bn Kai Tpiobinc eTT6K\r|0r| Kai tujv xpiöbujv
eTTÖTrxrig evojuicrOn, bid xö xpixujc; |uexaßdXXeiv obeuouaav biet xüjv Ctubiiuv.
Hier scheint mir recht klar zu werden, dass diese Stellen alle auf
eine Quelle zurückgehen, in welcher die Entwickelung der Hekate
in vier Sätzen gegeben war; erstens : drei sind die Haupterscheinungs-
formen des Mondes, Sichel Quadrant und Vollmond; zweitens: das
bedeuten die drei Namen Selene Artemis Hekate, im Wesen eine
und dieselbe; drittens: daher die drei Gestalten der Hekate, drei
und doch eine; viertens: wegen der Dreigestalt ist sie die xpioblxig
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