Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 5.1881

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Cominius Superbus und Claudia Nikephoros der Artemis Kelkaia tö
(also war die Ära eben die Basis?) wpoXÖTiov Kai töv Keiova Kai xnv
ßdo"iv verfertigen Hessen. Erscheint die Artemis Kelkaia hiernach
als eine Göttin der Zeitbestimmung, damit der Hekate61) nahe
stehend, so lehrt unsere Tafel V jetzt auch ihre Erscheinung als
einer Hekate kennen. Nach Benndorfs Beschreibung in der Samm-
lung Modena in Wien bei Cavedoni Catajo (Indicazione antiq. della
villa Estense?) S. 113. H. 0*66, br. 0*22, tief 0-19 an der Basis.
Pentelischer Marmor. Auf cubischer Basis mit der Inschrift:

DEANAE' - CELCE
ITID///I ////
FLAV1VS' ■ Sl///
NVS•POS

ein cylindrischer Pfeiler, daran in Relief drei fest auf beiden Beinen
stehende weibliche Figuren in Vorderansicht. Alle gleich gekleidet
(I) halten je in der R. gesenkt eine kurze Fackel mit der Flamme
gegen den Boden, in der gehobenen L. eine lange auf dem Boden
stehende Fackel. Das gescheitelte Haar fällt auf die Schultern.
Rohe, späte Arbeit und mehrfach Verstössen. In der oberen Fläche
des Pfeilers ein senkrechtes viereckiges Dübelloch. Denn es kann
kaum zweifelhaft sein, wie es auch Mommsen Corp. insc. lat. III, 1,
3156a nicht zweifelhaft gewesen, dass die daselbst zuletzt publi-
cierte Inschrift an der Basis jenes Bildes Deanae Celceitidi Flavius
Sil(va)nus pos., nach Mommsens Vermuthung dalmatinischen Ur-
sprungs, dieselbe Göttin nennt, welche bei Arrian und in der Pa-
ciaudischen Inschrift begegnete61*). Die Darstellung selbst zeigt bei
aller Rohheit und Entfremdung doch unverkennbar den Zusammen-
hang mit den Hekataia der ersten Gattung in der völligen sogar
reichlich starken Trennung der Gestalten, in dem runden Schaft
zwischen ihnen, in dem herabhängenden Haar und dem unverkenn-
baren Bemühen bei gleichmässiger Belastung beider Füsse die Falten
seitwärts am Knie wiederzugeben — man vergleiche auf derselben
Tafel 2b und 2°. Dasselbe gilt von der gesenkten Haltung der

6I) Vgl. Conze Gr. Heroen- und Göttergest. S. 33: 'Einer Mond- und Zeit-
göttin entsprach das seltsame Bild der dreigestaltigen Hekate.'

61*) Was wäre Celce für sich als Dativ? Was das Folgende? Doch gewiss
nicht Isis oder Ilithyia.
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