Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 5.1881

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einen Hand, während die andere freilich abweicht; wichtiger noch
ist die lange Fackel in der einen, während die kurze der anderen
mehr auf die zweite Gattung oder vielmehr die zwischen beiden
stehenden Hekataia weist, bei denen auch die dreimalige doppelte
Fackel sich findet. Wir werden uns aber erinnern, dass auch schon
bei der ersten Gattung sowohl die doppelte Fackel überhaupt vor-
kam in EPQS als auch die dreifache Wiederholung derselben Figur
in A—D. Hier haben wir nur die Combination von beidem. Ein
neues Element ist der Gegensatz der Fackeln nicht nur in der
Grösse, sondern namentlich in der Haltung, ohne Zweifel Auf- und
Untergang bedeutend wie in abgekürzter Darstellung des Altars
Denkm. a. K. II, 190 unter Phosphoros und Hesperos (vgl. J. Lessing
de mortis apud veteres figura S. 74) oder in den Händen der Seiten-
figuren der Mithrasdarstellungen. Bei dem Einsatzloch oben wird
man nach dem oben gesagten zuerst an eine Lampe denken; es
Hesse sich indes wohl die Frage aufwerfen, ob nicht dies Bild der
Celceitis so gut wie jener Pfeiler der KeXxcaa und etwa auch andre
Hekataia eine Sonnenuhr getragen haben könne.

Wie haben wir uns nun aber die alte Kelkaia zu denken?
Was war ihr mit unserer durch Alkamenes5 Schöpfung hindurch-
gegangenen Celceitis gemein? Da die Deutung ihres Namens mir
wenigstens nicht gelingen will, so fasse ich zusammen, dass wie
oben in Bezug auf die Stellung zum Burg-Thor und Zugang eine
Aehnlichkeit zwischen der Brauronia und Epipyrgidia vorhanden
schien, so jetzt die Kelkaia, deren Identität mit der Brauronia
wegen der von beiden bezeugten Entführimg durch Xerxes ver-
muthet wurde, als spätere Celceitis in der Gestalt der Epipyrgidia
auftritt. Stellt das Athenische schon berührte Tetradrachmon bei
Beule monn. d'Athenes S. 287, wie dieser freilich ohne jeden weiteren
Anhalt vermuthet, die Artemis Brauronia (nach Praxiteles?) dar,
so wäre diese zwar durch den Bogen in der Linken62) von der
Epipyrgidia durchaus verschieden, durch den Polos aber (und
Schleier) und namentlich durch die Schale in der Rechten und den

62) Vgl- Michaelis a. a. O. über das iepöv KUvr|Y^öiov in [Demosthenes]
c. Aristogit. I, 25. Solche Münzbilder wie die Artemis (Hekate) mit langer Fackel
in der Linken, Schale in der Eechten Mionnet Suppl. II, 533, 58, unter Gallien
geprägt, kommen wohl nicht in Betracht, da die Schale hier jenen abgeblassten
Sinn haben wird.
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