Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 5.1881

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Das reiche Haar ist theils um ein Band aufgenommen, theils
lose auf die Schultern fallend.
?m) Rom in der Villa Albani erwähnt E. Braun Ruinen u. Museen
Roms S. 719 auf dem Giebel eines Gebäudes als einzig in
seiner Art ein colossales Hermenstück der dreigestalten Hekate.

Kaum Hekate darstellend, und wenn, doch kaum hergehörig,
ist bei de Witte Collect. Beugnot ein Spiegelgriff 'ojffrant un tige
de palmier d'oü sortent trois tetes de femmes ä longs cheveux'. Der
Verfasser selbst meint, es seien eher Musen oder Chariten.
Noch mehr werden zweiköpfige Büsten wie Hübner Ant. Bildwerke
in Madrid 95, wo die kleinen Hörner einer Mondgöttin zu-
kommen mögen, aber schwerlich einer Hekate trotz der Glei-
chung mit Stier Hund u. s. w., fernzuhalten sein. Selbst drei-
seitige Hermen sind ja vielleicht nach Analogie der Epipyrgidia
aber aus ganz anderen und verschiedenen Göttern zusammen-
gesetzt, z. B. Gerhard Akad. Abh. XXXI, 1—3;

n) zu einer andern Reihe von Darstellungen führt schon eine vier-
eckige rohe Herme im Varvakion in Athen, abgebildet bei
Lebas mon.fig. von weissem Marmor, h. 057, drei weibliche,
ein männlicher bärtiger Kopf, jene mit Diploidion, dessen Steil-
falten bis zur Basis herabfallen, bei einer verschlissen; dieser
ithyphallisch. Statt der Hermenarme an den vier Ecken ob-
longe Löcher, vielleicht um jene einzusetzen. Vgl. Wo. In dem
männlichen Kopf ist Pan nicht angezeigt, also eher an Hermes
zu denken, den mit Hekate ja speciell zur Hut von Haus und
Wegen eng verbundenen. Identisch scheint mir die von Brunn
im Bullet, d. List. 1851 S. 71 nach einem Gipsabguss beschrie-
bene, cim Piraeus' gefundene Herme, nur dass hier verschiedenes
Alter der drei Frauen an den Brüsten bemerkt wird.

W. Anmuthiger als diese gewiss zu vermehrenden, meist wohl
sehr späten Hermen, von denen ich selbst nur b und n gesehen,
sind die von drei Mädchen umtanzten Hekataia. Voran stelle ich
jetzt diejenigen, wo das Hekataion Hermenform hat. Dieselbe als
Abkürzung der vollständigen Dreigestalt zu fassen, läge hier noch
näher wegen der noch davorstehenden Gestalten, gleichwohl halte
ich auch hier das oben gesagte für zutreffend.

a) Athen im Centraimuseum, aus Salamis. Kekule 172. (Gerhard
Venus Proserpina I). H. 0*38. Trotzdem das eigentliche Heka-
taion, mehr ein viereckiger Pfeiler, nur abbozziert ist und Haar
Nase Hals der drei unförmlichen Köpfe nur eben angedeutet,
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