Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 5.1881

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erkennt man doch sehr wohl, dass es nur eine Herme sein soll.
Auf den Flächen derselben erheben sich, etwas mehr ausge-
führt, frei in der Bewegung, drei rechtshin tanzende, d. h. rhyth-
misch schreitende Mädchen, je die Linke vor, die R. zurück-
haltend und so sich einander anfassend, den r. Fuss vorsetzend,
die erste mehr ausgeführt als die andern beiden, den Kopf etwas
in den Nacken werfend, aber nicht umwendend, die zweite den
Kopf fast zur Vollansicht herauskehrend, die dritte nur ein
klein wenig ihn gegen den Beschauer hin wendend;
b) aus Athen, in der Archaeologischen Sammlung der Universität
Prag, abgebildet auf Taf. IV. Von pentel. Marmor, h. 0*27
von der Halsgrube der Hekate abwärts, dazu O025 für die
Basis. Diese war kreisrund geschnitten, auf der Unterfläche
zeigt sich noch der Zirkelstich, trotz der stark abgebrochenen
Ränder der Durchmesser 0'16 an einer Stelle messbar.

Da Köpfe und Hälse der Hekate fehlen, ist nur die Hals-
grube, der Anfang des Busens noch menschlicher Form, da die
beginnende Wölbung des Busens sogleich in den nach unten
wachsenden Hermenschaft übergeht. Doch fallen neben die
drei Hermenarmstümpfe jederseits je zwei aneinander liegende
Zöpfe nach unten mehr lockenartig. Unterhalb der Hermen-
arme sind die drei Kanten des Prismas abgefast auf eine Breite
von 0'023, während die Hauptflächen je 0 065 Breite haben.
Diesen Hermenschaft umtanzen wieder die drei Mädchen auf
der bis 0'04 vor den Schaft vorspringenden Basis, mit der
Hauptmasse des Körpers vor den Eckflächen, die Köpfe bis
unter die Hermenarme reichend, mit Armen und Beinen aber
auf die Hauptflächen übergreifend. Sie schreiten rechtshin je
mit der vorgehaltenen Linken die zurückgehaltene Rechte der
Vorgängerin zwischen Hand und Daumen fassend. Die Fuss-
stellung wechselt dagegen im Einklang mit der Haltung des
Oberkörpers und Kopfes. Während nämlich die erste und dritte
etwas gesenkten Hauptes vor sich sehend den 1. Fuss vor-
stellen, setzt die mittlere den r. Fuss vor und wendet den Kopf
mit lieblicher Neigung gegen die r. Schulter, etwa drei Viertel
gegen ihre Nachfolgerin um. So wiederholt sich hier dasselbe
Widerspiel: der Unterkörper zeigt sich mehr in der Rücken-,
der Oberkörper in der Vorderansicht; dieser wird von seiner
r., der Kopf von seiner 1. Seite gesehen. Das ist fein berechnet,
während das vorige Exemplar wohl dieselbe Darstellungsweise
aber nicht zu der Wirkung gebracht sehen lässt, zu der sie
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