Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 5.1881

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dem schrägen Faltenstreif vor der Brust bei zweien auf der
linken, bei einer auf der rechten Schulter befestigt, in Wirk-
lichkeit schwerlich so schematisch archaisirend wie auf der Ab-
bildung — die Mädchen schreiten, obwohl nur ein wenig aus
der Vorderansicht gewandt, auch offenbar nach rechts und zwar
zwei mit vorgesetztem L Fuss, während bei der dritten die
Zeichnung mit hinlänglicher Deutlichkeit das Vorsetzen des r.
Fusses über den 1. erkennen lässt. Und grade wie bei W c
ist auch hier eben der den r. Fuss vorsetzenden der Kopf ab-
gebrochen, vermuthlich wieder aus demselben Grunde, so dass
neben sonstigen Abweichungen in der zu Wb besprochenen
Körperdrehung die gemeinsame Tradition zum Vorschein kommt.
Hier aber schreiten die Mädchen in sehr gemessener Weise
und ohne sich die Hand zu geben. Vielmehr fassen zwei mit
gesenkten Händen die Zipfel des Ueberfalles vom oberen Chiton,
während die dritte in der gesenkten Rechten die grosse Fackel
hält, in der gleichfalls gesenkten Linken etwas, das in den zwei
Ansichten von Gerhards Tafel ganz verschieden erscheint, das
eine Mal so wie manchmal das von der Hand gefasste Gewand,
nur dass dies Motiv bei den beiden andren Mädchen minder
massiv dargestellt ist; die andere Ansicht lässt dagegen an ein
Attribut denken, das wir in dem Kreise der Hekateattribute
suchen dürfen. Denn es ist ja klar, dass die Mädchen die in
Bewegung gesetzte Hekate des Typus F sind, nur dass dort
die Fackelhalterin mit der Linken das Gewand hält, wie auf
E} das sonst ebenfalls übereinstimmt, die zweite Fackel, die
hier jedenfalls auch ausgeschlossen ist. Am ehesten dürfte in
der Linken eine Schale anzunehmen sein, und damit abgesehn
von dem Hund die Hauptfigur des Grundtypus hergestellt sein.
Die Gewandung freilich unserer drei Mädchen ist bei den das
Hekataion umtanzenden die häufigere, bei Hekate die seltenere,
und dürfte erst von den Mädchen auf sie übertragen sein.
Dagegen scheint die Bewegung der Mädchen wieder durch die
Einmischung der Hekate so abgedämpft gleichsam die Mitte
zu halten zwischen der feststehenden Hekate und den tanzen-
den Mädchen. Noch nicht erwähnt ist der kleine Pan, welcher
links neben der Fackelhalterin nur halb so gross wie sie steht,
oder vielmehr schreitet, denn auch er setzt den einen (linken)
Fuss vor und zeigt sich gleich den Mädchen etwas von der
Seite. Daher auch nur die Rechte sichtbar ist (die Linke ähn-
lich zu denken) , einen auf seinem Kopf ruhenden Korb oder
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