Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 5.1881

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in mehreren Typen sich bekundete; aber die Fackeln sind nun
bei dem Typus Y schon alle kurz, während noch jene Celceitis auf
Taf. V, 1 dreimal je eine kurze neben einer langen hielt:

oi) Relief in Smyrna, Iwanoff gehörig, nach Conze im Archäol.
Anzeiger 1858 S. 230*: jedenfalls aus Kleinasien, Hekate
dreigestaltig, alle Arme halten Fackeln, zwei Hunde daneben;
von weissem Marmor3. (Hier ist allerdings, was eben über
Kopfhaltung und Fackeln gesagt ist, nur zu vermuthen);

b) im Berliner Museum n. 83, Berlins ant. Bildw. 77b (früher 49f
S. 386) abgebildet in Gerhards Antiken Bildw. T. 314,9—11
dazu S. 406 und 92' aus der in Rom zusammengebrachten
Sammlung Ingenheim; bei Stephani a. O. S. 253 n. 4. H. 0'42,
von weissem Marmor aber mit Resten rother Farbe an Dia-
demen und Fackelfeuer. Nicht eigentlich Relief, insofern ohne
Grundplatte, aber doch flach auf eine Ansicht gearbeitet m).
Der Seitenfiguren Körper ist im Profil, die Köpfe von vorn,
und je eine vorn sichtbare Hand gleich den beiden Händen
der Hauptfigur hält die kurze Fackel im Unterarm gehoben,
während die andere auf der Rückseite befindliche Hand nur
schwach angedeutet hängend einen länglichen Gegenstand fasst,
welcher nach Dr. Scheider am ersten einem Palmblatte gleichen
würde; Gerhard hielt auch dies für Fackeln, und ich glaube
die Analogie der übrigen hier zusammenstehenden Darstellungen
empfiehlt das. Verschiedene Haltung der Fackeln weist Taf.
V 1, ungewöhnliche Form sogleich d. Alle drei Köpfe haben
das Diadem, der mittlere darüber noch den Polos. Die ar-
chaistische Drapirung der Tracht I, der Stand, die Schuhe, die
langen Flechten sind deutliche Reminiscenzen der ersten Gat-
tung. Die Arbeit ist spät und roh;

c) aus Ancyra durch G. Perrot in den Louvre nach Fröhner
notice de la sculpture 430 ('Installation provisoire im Glasschrank
im Corridor vor dem Bronzenzimmer nach Conze), klein (nach
Conzes Schätzung h. 0*30), von weissem Marmor: nach Fröhners
Beschreibung (und einer Conze verdankten Skizze) sehr ähn-
lich b auch darin, dass die Seitenfiguren nur je einen Arm
haben, wie b wenigstens dem Scheine nach, und darin, dass
die Fackeln der Hauptfigur mit denen der Seitenfiguren oben

117) Ob aber bestimmt an der Wand befestigt zu werden, wie Jahn über den
bösen Blick S. 88 sagt, ist mir zweifelhaft.
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