Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 5.1881

Seite: 68
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an wie zusammengewachsen. In der r. Faust der Hauptfigur
ist im oberen Theile ein verticales cylindrisches Loch für eine
Fackel oder dergleichen Gegenstand, der unter dem kleinen
Finger sich (offenbar nur kurz) fortsetzte aber abgebrochen ist.
Die angeschlossene Linke der Nebenfigur hält ein beutelartiges
Attribut, nur unter der Faust sichtbar — ich vermuthe den
Strick wie a. Trotz der steifen Arbeit ist unter dem hoch gegürteten
Doppelchiton (I) mit Ermein das r. Spielbein bei zwei Figuren
wenigstens sichtbar. Das Haar ist zum Theil aufgenommen,
zum Theil hängt es gelöst auf die Schultern herab. Eine der
drei Figuren ist durch die Mondsichel hinter dem Nacken,
deren hervorragende, besonders gearbeitete Spitzen jetzt fehlen,
so wie durch reiches Bildwerk ausgezeichnet, welches auf den
Schultern und in jetzt noch fünf Horizontalstreifen vom Halse
abwärts auf ihrem Gewände angebracht ist, oben in einem
breiten blüthenverzierten Bande abschliessend. Dasselbe ver-
langt eine gesonderte Behandlung, welche mit einer neuen Ab-
bildung später folgen soll.

An diese mögen sich gleich zwei Hekataia anreihen, deren
eines vielleicht auch das andre durch nicht völlig ausgebildete
Arme an Hermenform erinnert;

im Vatikan, Beschreibung Roms II, 2. S. 51 n. 179, abgebildet
Clarac mus. de sc. IV 563, 1201, Köpfe, Hälse und ein Stück
der Schultern, auch das Unterstück mit den Füssen ergänzt.
Von griech. Marmor, h. 6 palm. 5 omu Gewand gleich der
vorigen, nur dass unter dem Ueberfall des Chitons noch der
Kolpos sichtbar wird. Auch der Stand wie bei jenen frei, je
mit r. Spielbein und der enge Zusammenschluss, ähnlich e
mit nur drei Schultern und Oberarmen, die in Hermenarme
ausgehen•

in Florenz im Palast Corsini Lung' Arno nach Dütschke ant.
Bildw. in Oberitalien II, n. 278. Aus feinkörnigem Marmor h.
0'46. In der Mitte der Stamm (doch ohne Trauben), die Tracht,
Stephane, Haar und Schuh gleich b. Nicht klar ist mir, dass in
der Beschreibung die Unterarme abgebrochen heissen und zum
Theil auch die Attribute5, denn die etwa in den Händen gehal-
tenen, an die doch zunächst zu denken, fehlen ja völlig. Wenn
aber an jeder Schulter ausserdem (ausser den Locken) der
Ansatz eines abgebrochenen Gegenstandes namhaft gemacht
wird, so kann ich den Verdacht nicht unterdrücken, dass hier
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