Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 5.1881

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eine kurze brennende Fackel wie um das Altarfeuer zu ent-
zünden ab c. Die rechte Seitenfigur hat auf b c Dolch in der
Rechten, Schlange in der Linken, auf a dieselben Gegenstände
in der Linken und Rechten. Undeutlicher sind die Attribute
der 1. Seitenfigur: die Linke hält auf ab c einen kurzen Stab
empor, auf b nach oben sich etwas verdickend, die höher ge-
hobene Rechte auf a Avas Murray und Benndorf für eine Peitsche
nahmen; die Skizze von a zeigt einen kurzen Stab, dessen
oberes Ende ein kurzes Stück nach unten umgebogen ist. Auf
b wird man eher einen Schlüssel erkennen und daraus im
Verein mit der Armhaltung, wahrscheinlich auch durch falsche
Beziehung auf das Attribut der Linken, als wäre es ein grosser
Nagel, hat c einen Hammer gemacht mj;

d) wesentlich verschieden obgleich in ähnlicher Einfassung, doch
von etwas grösseren Massen, h. 1 F. 53/4 Zoll, breit II1/,, Zoll
ist das Relief von Salona, in Wien im unteren Belvedere. Vgl.
Arneth k. k. Antikenkabinet S. 24, 153. Abgebildet Zacharia
marmora Salonitana I 15 p. X. hinter Farlati Illyrici sacri t. II
und nach einer Skizze bei Jahn über den Aberglauben des bös.
Blicks Ber. d. Säehs. G. d. W. 1855 S. 87 mit Erklärung der
Inschrift quisquis in eo vico stercus non posuerit aut non cacaverit
aut non miaverit is liabeat illas propitias; si neglexerit, viderit
so berichtigt in Corp. inscr. lat. III, 1, 1966. Wunderlichkeiten
des Gewandes und so auch die Thurmkrone der Mittelfigur
gehören moderner Ergänzung in Stuck, wie mir Herr Em. Loewy
nach genauer Untersuchung des Originals zu bestätigen die
Güte hatte. Hier ist deutlich nur eine Gestalt mit drei Köpfen,
der mittlere allein mit Polos (?) von vorn, und mit sechs Armen,
die zwei der Hauptfigur mit Fackeln, nach Loewy (die der
Linken fehlend), die andern Armpaare je mit Messer und

"3) Wie zu Pa das in Bd. IV S. 156, 14 erwähnte Relief sich stellt, so zu
den hier aufgezählten (a) ein Relief der Bruckenthaler »Sammlung in Hermannstadt,
aus der Acknerschen Sammlung, gefunden in Maros-Porto 1839, von Marmor, h. 0-195,
br. 0'14, und ein zweites (b) der Sammlung des Majors Papasoglu in Bukarest, ge-
funden in Sicibida im District Romanati, auch von weissem Marmor, h. 0'15, br. 008.
Beide mir durch Benndorf bekannt, stellen die Fackelgöttin eing-estaltig dar im
Rahmen in Tracht I, aber freiem Stande, a mit zwei emporgehaltenen kurzen
Packeln, b (links und unten gebrochen) mit zum Altar, so scheint es, gesenkten
Packeln. Auf a hat die Göttin Diadem und im Nacken, was mehr bauschendem
Gewand als dem Mond gleicht.
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