Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 5.1881

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weist. Ob Z. 4 diroifpexeiv] zu ergänzen sei, steht dahin; ebenso
unklar ist es, ob Z. 5 etwa üuv&v Td]v d-rroTeTafYuevav], uicrööv oder
cpöpov xö]v a7TOTeTa[Tuevov] oder [uera xpovov tö]v dTroT6Ta[Yuevov]
gestanden hat. Eine genau zutreffende Parallele ist in den delphi-
schen Inschriften nicht zu finden, entferntere Analogien bieten z. B.
318, 7—8; 202, 2—3; 273, 1; 167, 17—18; 146, 6; 239, 6—7.

Der Stainmname Ooivdxog erscheint auf XXVII 2 und XXIX 3.
Z. 3 mag man [AccJuiökou oder [0op]u(o"KOu ergänzen, die sich XXX 3
und XXX 1 vorfinden. Z. 7 ergänze ich H[^voi] wegen des Gegen-
satzes zu Awbuuvouot und weil XXVII 2 neben sieben udprupeg MoX-
Xoo"ö"ujv (sie) die gleiche Anzahl GpedTrujTUJV (sie) erscheint, gleich-
wie in den delphischen Inschriften häufig eine Reihe von Zeugen
als 5Auqnaö"eTc, eine andere als AeXqpoi bezeichnet werden, auch als
Angehörige von drei oder vier Städten wie 191. (Weshalb übrigens
Fick XXVII 2 lieber TpuTraiva als TpuTruuva lesen will — es ist nur
der senkrechte Strich des Buchstabens erhalten — ist mir unver-
ständlich. TpuiTuuv: Tpucpuuv = TTupaujv: <t>üpcru)v — vgl. Herkul.
Studien II 157, wo ich auch auf Coli. alt. I 122 hätte verweisen
sollen.) Z. 8 'AviKaiog: derselbe Name ward XXX 5 schon von Fick
erkannt.

Der Aehrenlese sollte der Erntekranz nicht fehlen. Seine Stelle
mag ein kleines Weihgedicht vertreten, das einzige, welches
dem Boden des alten Dodona bisher entstiegen ist. Die wenigen
Verse haben mich lange und viel beschäftigt; wenn sie nunmehr dem
Leser in theilweise gesicherter Gestalt geboten werden, so verdankt
er dies der überaus grossen Freundlichkeit des Hrn. Carapanos und
der unerschöpflichen Güte des Hrn. Alfred Schöne zu Paris. Ersterer
hat die wiederholte Prüfung des durch Rost arg beschädigten Ori-
ginals bereitwilligst gestattet und bei derselben mitgewirkt, letzterer
keine Mühe gescheut, um der Wissenschaft diesen Dienst zu leisten.

Auf dem Griff der XXVI 8 bei Carapanos abgebildeten eiser-
nen Badestriegel sind vier Verse eingegraben. Der erste und
dritte lassen sich mit annähernder Sicherheit, der zweite (dessen
unrhythmischer Bau befremdlich, aber vielleicht doch nicht ganz
unmöglich ist) mit weit geringerer Wahrscheinlichkeit herstellen, der
vierte gibt sich als eine an den Beschauer gerichtete Ansprache zu
erkennen, im übrigen entzieht er sich annoch jeder irgend sicheren
Deutung. Ich schreibe, die von Carapanos (Texte p. 107) vorge-
schlagene Lesung ergänzend und berichtigend:
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