Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 5.1881

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Z. 1 las Carapanos zuerst: X HXAIM-AAIOXN, was weder einen
passenden Sinn ergab (er schrieb: Xpfjffai u.a Aios N[dou Kai
Aiuujva?), noch zu seiner richtigen Wahrnehmung, dass uns
hier Verse vorliegen, irgend stimmen wollte. Hr. Alfred Schöne
fand bei seiner ersten Untersuchung des schwer zu entziffern-
den Originals, dass 'sicher IM' zu lesen ist, 'welcher Lesung
Carapanos jetzt auch beipflichtet3. Bei erneuter Prüfung des
Objects las Hr. Schöne XM.X'A und bemerkte ferner: 'Die
Stelle ist sehr verrostet, aber die Schriftreste sind der Art,
dass sie ein Omega (natürlich ohne Jota adsc.) gestatten. Ein-
mal habe ich es sogar zu erkennen geglaubt'. (Ich hatte
nämlich angefragt, ob nicht xPHtfuwi zl* lesen sei, was ich mit
Aiög r\be Aiwva? verbinden wollte.)

Z. 2 gibt die Zeichnung bei Carapanos: XPHMAKAIEPrAXIAXAPAX.N,

was im Text als XP^a Kttl ep-faoiag aTraa[i]v.......erscheint.

Hier belehrte mich Hr. Schöne darüber, dass das P, an dessen
Richtigkeit ich gezweifelt hatte, unverkennbar ist, und Cara-
panos bestätigt diesen meinen Eindruck3.

Z. 3 hatte Carapanos auf eine Herstellung verzichtet und sich da-
mit begnügt, auxög eTTiaxdueva TeMüag x.....in den Text zu

setzen.

Z. 4 gibt Carapanos: .EXQX'A. . .EYN. . . .XQ^ENEXI, Schöne (der
fast in jeder Zeile einige Buchstaben weniger wahrnahm, als
Car., aber freilich überzeugt war, dass sich bei oft erneuter
Besichtigung, mit wechselndem Licht u. s. w., noch Manches

würde erkennen lassen") las: '.XI......\IE. .X . N . . . XQELNE

.z-.IZ] (kann M oder X gewesen sein)3.

Die Buchstabenformen erscheinen bei Schöne etwas weniger
alterthümlich als bei Carapanos, indem die Sigma nicht weit ge-
öffnet, sondern fast ausnahmslos mit horizontalen Ober- und Unter-
strichen gebildet sind. ('Die Sigma sind so wie ich sie gemacht
habe.3) Statt NI im Eigennamen V. 1 gibt Schöne M> und will
diesen Querbalken nicht mit Carapanos als zufällige Beschädigung
gelten lassen.

Eines scheint mir unwidersprechlich: das Weihgeschenk rührt
von der Hand des Weihenden selbst her. Nur so erklärt sich V. 3 5

Archäologiseh-epigraphische Mitth. V. in
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