Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 5.1881

Seite: 140
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Darstellungen in verschiedener Weise getragen werden. Die beiden
Figuren sind in den äusseren Umrissen wohl erhalten. Dagegen
hat sich die Oberfläche an manchen Stellen abgeblättert, so auf
dem Bauche und dem ganzen rechten Beine des auf der Tafel links
stehenden Jünglings. Hier und dort sieht man die im weichen
Thone eingerissene Vorzeichnung. Der Stil der zwei sorgfältig aus-
geführten Gestalten weist das Gefäss in das fünfte Jahrhundert.
Die alte Ritztechnik hat noch in der Wellenlinie, welche das schwarze
Haar von dem dunklen Grunde trennt, Anwendung gefunden, und
wie es unlängst von Benndorf zuerst an den echt archaischen
schwarzfigurigen Vasenbildern beobachtet wurde, ist dieselbe auch
hier mit spurenweise noch erhaltener weisser Farbe ausgefüllt worden.
Die Kränze im Haare der Epheben sind kirschroth. In derselben
Farbe waren die fast völlig verblassten Schriftzeichen gemalt, deren
Lesung bisher nicht gelungen ist.

ROBERT SCHNEIDER

Berichtigung

Bd. IV S. 224 lies Saudörfel statt Sandörfel.
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