Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 5.1881

Seite: 171
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41. Scenen aus dem Kinderleben, Fragment von der Vorderseite

eines Kindersarkophages.

Weisser Marmor. Höhe 0 22, Breite 0'40, Dicke 007; links
gebrochen.

R. sitzt auf einem hohen Lehnstuhle [cathedra) eine Frau nach
1. in Chiton und Ueberwurf und mit einer Binde im Haare. Sie
streckt die Arme nach einem mit den Händchen nach ihr langen-
den Kinde aus, das von einer gegenüberstehenden Dienerin ihr
gereicht wird. L. steht ein Kind innerhalb eines auf Rädern ruhen-
den Geländers, eines Rollstuhles oder einer Gehschule, die als
solche dadurch charakterisirt ist, dass die Füsse des Kindes unter-
halb auf dem Boden zwischen den Rädern sichtbar werden, zwischen
zwei Frauen, welche es herauszuheben im Begriffe sind. Die Die-
nerinen tragen einen gegürteten Chiton ; zwei von ihnen Hauben,
die äusserste 1. ein Kopftuch. Das Kind ist beidemale in einem
langen Hemde. — Gewöhnliche Arbeit [D.]

42. Fragment eines Sarkophages.

Weisser Marmor. Höhe 0*38, Breite 055. Rechts und links
gebrochen; das Relief vielfach beschädigt.

Vier stehende knabenhafte Figuren. Links etwas nach r. ein
Flötenspieler in kurzer gegürteter Aermeltunica. Rechts drei nur
mit einem Schurz um die Lenden bekleidete Knaben; der mittlere
in Vorderansicht hält in schräger Richtung eine Fackel mit der R.;
die zwei anderen wenden sich zu ihm und erheben wie zur Beglei-
tung ihrer Rede die Hände; der zur L. legt die r. Hand auf den
Arm der Mittelfigur und trägt quer um die Brust und den r. Ober-
arm einen Kranz. [M.]

43. Friesstreifen vom Deckel eines Sarkophages.

Weisser Marmor. Höhe 0" 18, Länge 1'345; aus drei Stücken
bestehend; der Rand oben und unten erhalten, rechts und links
gebrochen.

Je ein Seedrache und ein Seelöwe einander gegenüber; neben
jedem Thiere schwebt über den Wellen ein nackter geflügelter
Knabe, welcher mit der einen Hand die Zügel, mit der andern eine
Peitsche hält. Unterhalb durchgehend Andeutung der Meereswogen.

[B.]
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