Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 5.1881

Seite: 175
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Bericht über die Antiken von Salzburg.

(Taf. VI. VII.)

Im Auftrage des archäol.-epigr. Seminars habe ich im Sommer
des Jahres 1880 die Salzburger Antiken untersucht und versuche
nun im Folgenden ein wissenschaftliches Verzeichniss derselben zu
geben. Für die Theilnahme, welche man in Salzburg meiner Arbeit
geschenkt hat, spreche ich vor Allem meinen Dank aus.

Der Antikenbestand des städtischen Museums Carolino-Augu-
steum ist beinahe ausschliesslich provincial. Wie überall, liegen
auch hier aus früherer Zeit manche Nachrichten über unbenützt ge-
bliebene Entdeckungen vor. Erst in unserem Jahrhunderte bis in
die jüngste Zeit herauf sind Funde, die sich allenthalben in der
Stadt und nahen Umgebung bei Gelegenheit von Neubauten und
Kanalisierungsarbeiten sowohl in baulichen Anlagen als mannig-
fachen Einzelgegenständen ergaben, besser beobachtet worden. Da
die Stadt so von einem förmlichen Netze antiker Spuren überspannt
ist, kann es als eine Erfolg versprechende Aufgabe der lokalen
Archäologie bezeichnet werden, das noch Nachweisbare über Anlage
und Ausdehnung der alten Stadt zu fixieren1).

Bei dem Charakter der an schönem Stein so reichen Gegend
wird man für die alte Stadt eine immerhin bedeutende Entwick-
lung der Architektur annehmen dürfen, von der indessen wenig er-
halten ist. Zwar wurden manche Substructionen aufgedeckt, jedoch
nur wenige Reste von Gliedern des Aufbaues gewonnen. Ueber den
Charakter des sogenannten römischen Bades im St. Johannisspitale
in der Vorstadt Mülln muss die Entscheidung einem in dem Studium
römischer Provinzialbauten bewanderten Architekten vorbehalten
bleiben. Ueber die im Museum vorhandenen Architektui^stücke (N. 3.
6. 7. 102. 107) hoffe ich späterhin genauere Mittheilungen geben zu
können und beschränke mich darauf, auch von den bei Aufdeckung
baulicher Anlagen in Stadt und Umgebung gehobenen

') Vgl. für die Fundstellen im ganzen Lande: Mitth. der Ges. für Salzbg.
Landeskunde Bd. XXI 1. Heft p. 90—101 f. Eichter; für dieselben in der Stadt
Bd. XVI p. 12—31 Prinzinger, p. 32—39 Pezolt. — Das einzige neuere nach Ge-
sichtspuncten zusammenfassende Werk von Hefner die röm. Denkmäler Salzburgs
und seines weiteren Gebiets, Wien 1849, ist wegen unwissenschaftlicher Beband-
lungsweise nicht zu brauchen.

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