Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 5.1881

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recht stehend, die Linke, von welcher die ornamental stilisierte
Löwenhaut herabfällt, vom Ellenbogen ab gerade vorstreckend (die
Handfläche ist abgeschliffen); der r. Arm ist oberhalb des Ellen-
bogens abgebrochen. Die Augensterne sind durch Vertiefung an-
gegeben. Das Stück ist massiv gegossen und von bedeutendem
Gewichte, im Rücken ausgehöhlt und mit zwei starken Henkel-
löchern über einander versehen. Echtheit zweifelhaft.

3. Verwittertes weibliches Figürchen nach archaischem Typus
(Füsse, 1. Unterarm, r. Arm fehlen), aufrecht stehend, ganz be-
kleidet, so dass das Gewand, den Körper eng umschliessend, vorne
den äusseren Contur des r. Beines, rückwärts den des zurückstehen-
den 1. heraustreten lassend, vom 1. vorgestreckten Unterarm herab-
fällt. H. ca. 0 08.5)

4. Geräthe: Lebensvoll ausgearbeitete weibliche Büste (aus der
Umgegend von Köstendorf), hohl, oben mit starken Henkelösen und
eingreifendem Henkel versehen (rückwärts zwischen den Oesen noch
ein Einschnitt zwischen zwei emporstehenden Zapfen sichtbar), auf
Postament, dunkelgrün patiniert mit Spuren von Vergoldung: Ge-
wicht. (Vgl. Caylus Recueil V pl. LXXV n. II p. 212 sq.) H. der
Büste ca. 0"09, des Postaments 0'03, des Henkels 0*038. Photogr.
im Jahresb. d. Salzb Mus. 1866. Aegyptischer Kopftypus. Das Ge-
sicht ist von reichem, symmetrisch in Reihen von länglichen Locken
angeordneten Haarschmuck eingerahmt. Die Augäpfel sind aus der
Augenhöhle herausgearbeitet, die Sterne in ihnen durch Gruben
angegeben, die Nasenlöcher markiert, der Mund ist durch einen
Einschnitt leicht geöffnet.

5. Lampen: Gutes bläulich oxydiertes Exemplar von dickem
schwerem Guss und ziemlicher Grösse mit geschweiftem Griff, dar-
unter befindlichem Henkel, breitem Fuss, vier kleinen Löchern im
oberen Rande, in deren einem noch ein kleiner Ring steckt. 6. Kleines
schlecht erhaltenes gleicher Form. — 7. Kleines zierliches Lämp-
chen, vorne abgebrochen, stark bauchig, mit kleiner runder Oeffnung,
blattförmigem Griff, Henkel und Fuss. — 8. Fragment eines Instru-
mentes „zum Schutze und zur Heilung von beschädigten Pferde-
hufen" Lindenschmit Alterth. unsrer h. V. I. Heft XII Taf. 5 n. 5.
— 9. Drei Exemplare mit reich verschnürter Bekleidung versehener
Füsse mit Ansatz des Unterschenkels, hohl gegossen, h. 0 055—0'65;
viertes kleineres anderer Form. — 10. Schiefstehender Fuss eines

6) Das Amazonenfigürchen Arneth Sitzungsb. der Wiener Ak. d. Wiss. phü.-
hist. Cl. VII Taf. VI ist nicbt antik.
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