Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 5.1881

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von einer Statuette: weiblich, bekleidet, mit Gürtung und Armein,
zu den Füssen liegt ein Thier; der Kopf fehlt. H. 0*08.

Terracotten in gewöhnlichem rothem o der röthlich-
grauem Thon: 1. 2 (Mus.-Nr. 251. 252, ganzes Exemplar und
Fragm.). Mercur, kindlich, stehend, mit von beiden Schultern im
Rücken herabfallender Chlamys, Haupt- und Fussflügeln, grossem
geflügeltem Caduceus in der L. und Beutel in der gesenkten R.
H. 0'15, das Fragm., Stück bis unter die Brust, von gleichartigem
Typus, aber schlankeren Proportionen; die Chlamys liegt hier auf
der 1. Schulter auf. Abgeb. im Jahresb. d. Mus. 1852 Taf. IV.

3 (Mus.-Nr. 246). Zweifelhaft. Minervabüste, behelmt mit un-
deutlichem geflügeltem Gorgoneion auf der Brust. H. ca. 0'14.
Abgeb. im Jahresb. d. M. 1852 Taf. II.

4 (Mus.-Nr. 262). Harpokrates mit an den Mund gelegtem
Zeigefinger der R. , aufrecht stehend, in doppeltes über den Kopf
hinauf genommenes Gewand gehüllt; unter dem Obergewande kom-
men in der Mitte die Enden zweier breiten Bänder hervor. H. 0'135.
Abgeb. im Jahresb. d. M. 1852 Taf. II.

5 (Mus.-Nr. 249). Mann und Frau auf einem niedrigen Lager
neben einander liegend. Sehr undeutlich. Nach Art der etruskischen
Urnendeckel. H. 0'09, L. 0-075.

Die Stücke in der Münchner Sammlung, welche mir zweifel-
haft geblieben, sind folgende in Kürze anzuführende:

n. 256. Pan, nackt, mit spitzen Ohren, Bocksbeinen, charak-
teristischem Gesicht mit offenem Munde, an einem Felsen sitzend
mit einem Wickelkind im r. Arme. Aus hartem rothem Thon. —
Aus dem gleichen Material: n. 205. Liegender Elephant. n. 441.
Liegender Löwe. n. 206. Liegende Thiergestalt, als Nachbildung
eines Gefässes durch eine dreifache Oeffnung auf dem Rücken cha-
rakterisiert; vierbeinig, mit drei Köpfen, von welchen der mittlere
die anderen überragt. — n 260. Relief. Weibliche bekleidete Leiche
auf einer Kline liegend, dahinter eine Frau in klagender Gebärde.
Links oben ein Stern, rechts oben Mond. Aeusserst roh, von Ge-
sichtszügen keine Spur, die Frauen tragen grosse faltige Hauben.
— n. 233. Stehendes Idol. Fratzenhafter Kopf, in ein bogenförmiges
Stück, in welchem Zeichen eingeritzt sind, übergehend, darunter
Thierfuss. — n. 251. Relief. Anubis, bekleidet mit Rock, der
von den Hüften an bis vor den Knieen in Streifen ausgeht?
oder nur mit Hüftenschurz?, mit Hundskopf, hält mit der L. das
untere Ende eines Caduceus, mit der R. das eines Stabes, welcher
in Schlangenringeln ausläuft, und steht auf einem Krokodile. —■

Archäologisch-epigraphische Mitth. V. 10
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