Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 5.1881

Seite: 190
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n. 247. Relief. Jünglingskopf ohne Hals über einem Höckerthier. —
n. 271. Relief. Phantastischer Kopf von menschlichem Bau und
thierischem Ausdruck, in der Mitte eines breiten Ringes eingesetzt,
darunter ein menschlicher Fuss. Rechts ein Dreizack, links eine
Lanze. — Relief. Menschlicher Oberleib mit phantastischem Kopfe,
an welchem wie Strahlen Scheeren eines Seethieres angesetzt sind,
darunter ein phantastischer bärtiger Kopf mit langen gewundenen
Hörnern, zwischen zwei ornamentalen Beinen eines Katzenthieres
eingesetzt. — n. 440. Relief. Bärtiger Mann mit strahlenumgebenem
Kopfe mit gebogenen Beinen auf einer Kugel sitzend. Die genannten
Reliefs sind aus blassrothem oder grauem rohem Thon. Die Platten
sind dick, das Relief ist sehr hoch. n. 253 ist gut ausgeführt. —
n. 245. Männlicher unbärtiger Kopf auf hoher Basis, in welcher
zwei mit je einem Hunde gefüllte Felder vertieft sind. — n. 248.
Männlicher unbärtiger Kopf auf schmaler rechteckiger Basis, auf
welcher in stumpfem Relief etwa ein Triumphzug dargestellt ist.
Darunter die Inschrift veteran. -— n. 244. Weiblicher matronaler
Kopf auf einer Platte, mit nicht mehr lesbarer Beischrift. — n. 229.
Mädchenbüste auf einer Platte, die den Kopf bogenförmig umgibt,
mit der Umschrift paterniana (v)lorentina vgl. Paternia Florina auf
der Salzb. Inschr. C. L L. III 5 n. 5544. — Die Stücke sind aus
grauem Thon.

Von den Stücken kann manches echt sein. Ein ungünstiges
Licht werfen auf sie entschiedene Fälschungen von gleicher Arbeit,
wie der hohe Reliefkopf eines alten bärtigen Mannes (n. 228) in
moderner Behandlung mit der sinnlosen Umschrift: paternivs v
qvatvor viri viales oder n. 243 ebenfalls mit einer sinnlosen Bei-
schrift. Damit ist die Frage auch für n. 229 entschieden. Das sind
allerdings dann sicher ad hoc vorgenommene Fälschungen u).

Terra sigillata12).

Ganze Gefässe Becher (Mus.-Nr. 58) von gedrungener Pro-
portion mit niedrigem schmalem Fuss, wellenförmig geschweiftem

11) Einiges davon abgeb. bei Minutoli Notiz, über einige in dem Rosenegger-
scben Garten ausgegr. röm. Alterth. Berlin o. J. — Hefner die röm. Dkm, Salzb,
Taf. VI.

12) Für die folgenden Thongefässe ist in Betreff der Fabrication zu beacliten,
dass sich in der Umgegend von Rosenheim noch heute treffliches Material vorfindet.
Es wurde hier auch, namentlich in der Richtung nach Pfaffenhoffen, sehr viel antike
Thonwaare aufgefunden und endlich in dem nahen Westerndorf eine röm. Töpferei
blossgelegt. Vgl. J. v. Hefner: Die röm. Töpferei in Westerndorf (aus dem XXII.
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