Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 5.1881

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Rande, darunter ovalen Einbuchtungen, im unteren unter einer
Schlangenlinie wulstartig abgesetzten Körpertheile mit Buckeln ge-
ziert. — Reihe von kleinen niedrigen Schalen in Salzburg und
München, manches Mal mit einem Kranze von länglichen gestielten
Blättern auf dem Rande der Oeffnung. — In München: Zwei gleiche
Schalen (n. 355. 356) mit Relief: Baum, zu beiden Seiten nach ihm
zu ein Hase; nackte weibl. (?) Gestalt mit der L. das Haar fassend,
in der R. eine Frucht haltend; Ornament. — Schale (n. 357) mit
umlaufendem Fries von 15 nach 1. gewendeten Flötenspielern (mit
Doppelflöte) in kurzer Tunica. Vgl Hefner die r. T. in W. Taf. II. 35.

Sehr grosse Anzahl von Bruchstücken mit Reliefs: Jagd (auf
einer hohen Schale, von welcher nur ein Theil ausgebrochen ist).
Vier Gruppen (davon zwei erhalten) von Mann und Thier (Eber,
Löwe? Bär?) im Kampfe in bergiger Landschaft, ausserdem ren-
nende Thiere, im oberen Räume fliegende Speere. Die Männer sind
bärtig(?), haben ein bis zu den Knieen reichendes weites Kleidungs-
stück mit Aermeln, Schuhe, einer hat Hosen, einer hält in der R.
ein Tuch; mit Speer und langem Messer. Ueber einer Gruppe die
Inschrift: germ.ni {Germanus kömmt unter den Westerndorfer Stem-
peln vor). — Satyr (?) auf eine weibl. Gestalt zueilend; nach 1. schrei-
tende Nike; Pan mit dem Pedum in der R. nach r. schreitend. —
Hephaistos mit Zange und Hammer (wie Hefner 1. c. Taf. I. 7). —
Nach r. hin anspringende männl. nackte Gestalt mit dem Stiel eines
(nicht erhaltenen) Instruments in der R. — Schreitende Thiere. —
Springender Hund; Täubchen den Kopf wendend. — Rest eines mit
eingelegter Lanze ausschreitenden Mannes; männliche plumpe nackte
Figur; rennende Thiere. — Springendes Thier; priapeische Figur mit
Haarwulst (wie Hefner II. 40). — Weibl. mit einem langem durch-
sichtigen Gewände bekleidete Gestalt, sitzend, mit der erhobenen
R. ein auf den Schenkel gestütztes Füllhorn fassend; Rest einer
priapeischen Figur wie vorhin. — Thiere von Hunden verfolgt; ganz
undeutliche stehende männliche Gestalten, darunter ein Gladiator. —
Rest eines springenden Thieres mit Geweih; stehende bekleidete
Frau. — Nach r. hin sitzender Flügelknabe in lebhaftem Gespräch?
mit gegenüber stehender nackter weiblicher? Gestalt mit aufgestütz-
tem 1. Bein.

Inschriftstempel: ivitvs ? aventinin o_nJ v e r" • unlesbare, in
München: ivlanvs it.

Bd. des oberbair. Archivs). Da einzelne Stempel von der Terra sigillata auch diesen
Funden mit den Salzburgischen gemeinsam sind, so wird diese Fabrik als Bezugs-
quelle für Juvavum anzunehmen sein.

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