Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 5.1881

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eine Erweiterung erfahren hat. Im ersteren Falle würden auch in
Carnuntum, ebenso wie in Lambaesis, die castra nova neben den
castra vetera erstanden sein und es ist die Hoffnung nicht ausge-
schlossen, dass fortgesetzte Nachgrabungen auch diese uns einst er-
schliessen werden.

Wir lassen jetzt die übrigen in diesem Sommer in Carnuntum
gemachten epigraphischen Funde folgen, die sich ebenfalls in dem
Museum des Freiherrn von Ludwigstorff befinden:

3. Ära von Kalkstein, 0'45 h., 029 br., 0'21 dick, gefunden
im Burgfeld etwa 300 Schritt nördlich vom Lager:

g e n i o • 1 ■
pro-SALvt
C O M M A N I
/-AR'M/v^

Z. 5 ist Buchstabe 1 unsicher; Buchst. 3 kann e, f oder t
sein; Buchst. 5 scheint r.

= Genio centuriae pro salut(e) commani[,p]lar(ium) M. \J\u\l\.

4. Ära von Sandstein, 0"28 h., 0'19 br., 0-16 dick; schlechte
Schrift. Gef. am Burgfeld, etwa 800 Schritte nordöstlich vom Lager
gegen Altenburg zu:

g E n I o

loci

C VK 1
VICTOR^

= Oenio loci C. Ul[p(ius)) Victorin(us).

5. Ära von Kalkstein, 0 20 h., 0*33 br., O'll dick, mit kleinen,
nicht schlechten Buchstaben; das Inschriftfeld umrahmt von einer
tabella ansata. Gef. im Lager selbst, nahe der Umfassungsmauer,
etwa an der südöstlichen Ecke:

i • o • m ■ d I s
D E A B V S Q_
O M N I B Vs
M ■ V L P IV s
5 SERVI ainas SIC

c • A • L - XIIIIG
S E V E R • R E N SIC

= J(ovi) O(ptimo) Miaximo) Dis Deabusq(ue) omnibus M. Ulpius
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